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Vergleich Alpin-100 / ACOM-1000 28.12.2006
alpin-100 (dl4ner) Während des WAGs bei DL0KC hatten wir die sehr ähnnlichen PAs ACOM-1000 und Alpin-100 in Betrieb. Der nachfolgende Vergleich soll mehr die Eigenschaften im Betrieb beleuchten.

ACOM-1000 und Alpin-100

Die nachfolgend angegebenen teschnischen Daten wurden nicht gemessen, sondern stammen von den jeweiligen Websites. Beide PAs verwenden die GU74b, oder auch 4CX800A von Svetlana. (Datenblatt: http://www.svetlana-tubes.com/pdf/4cx800a.pdf) Beide PAs sind vom Aufbau her sehr ähnlich und bedienen sich auch nahezu identisch. Der Entwickler der Alpin-100 hat nach meinen Informationen ein paar Jahre bei ACOM gearbeitet...

Die Alpin hat inzwischen > 120h und >5000 QSOs hinter sich. Die Acom ist noch recht frisch mit ca. 40h und ca. 1000 QSOs.

acom-1000 
alpin-100 
URL http://www.hfpower.com/
http://www.eham.net/reviews/detail/1694

http://www.reimesch.de/
http://www.eham.net/reviews/detail/4493

Technische Daten
  • Frequenzbereich: alle Amateurfunkbänder 1,8-54 MHz
  • Ausgangsleistung: 1000W CW, 1000W PEP
  • Eingangskreis: breitbandig mit einem VSWR <1:1,3
  • Eingangsleistung: 50-60 Watt
  • Oberwellendämpfung: 1,8-29,7 MHz >50dB / 50-54 MHz >66dB
  • Intermodulationsabstand: >35dB
  • HF Verstärkung: typ.12,5dB
  • LCD-Display: 2 Zeilen
  • Stromversorgung: 200,210,220,230 & 240VAC – (100/110 & 120 auf Anfrage), 50/60Hz, 2000VA 
  • Röhre: 1 x 4CX800A (GU74B) zwangsbelüftet
  • Abmessung: (L x B x H) 355mm x 422mm x 182mm
  • Gewicht: 22 kg
  • Preis (2006): 2600 EUR
  • Frequenzbereich: alle Amateurfunkbänder 1,8-54 MHz
  • Ausgangsleistung: 1000W CW, 1300W PEP
  • Eingangskreis: breitbandig mit einem VSWR <1:1,3
  • Eingangsleistung: 60 Watt
  • Oberwellendämpfung: 1,8-29,7 MHz >50dB / 50-54 MHz >60dB
  • Intermodulationsabstand: >35dB
  • HF Verstärkung: 12,5-13dB
  • LCD-Display: 4 Zeilen
  • Stromversorgung: 120,200,210,220,230 & 240VAC – 50/60Hz
  • Röhre: 1 x 4CX800A (GU74B) zwangsbelüftet
  • Abmessung: (L x B x H) 383mm x 430mm x 190mm
  • Gewicht: 25 kg
  • Preis (2006): 2500 EUR
Temperatur die Angezeigte Temperatur stimmt nicht mit der Abluft-Temperatur überein. ein in den Luftstrom gehaltenes Thermometer hat bis zu 20 Grad Abweichung (nach oben!) gemessen. Angezeigte 40 Grad ergaben 50 Grad, 50 Grad ergaben 65 Grad und 70 Grad ergaben knapp 90 Grad. die Angezeigte Temperatur stimmt sehr gut mit der Abluft-Temperatur überein, Abweichungen +/- 3-5 Grad.
Betriebsgeräusch sehr leise, TX-Relais nicht hörbar sehr leise, deutlich hörbares TX-Relais.

Nachfolgende Meßwerte: (@DL0KC / @DL4NER)

Nachfolgende Meßwerte: (@DL0KC / @DL4NER)

Anodenspannung Leerlauf 2600 V / 2650 V  2750 V / 2800 V
Anodenspannung unter 1kW out 2050 V / 2250 V 2550 V / 2650 V
P out 20m 950 W / 1100 W (jeweils gemessen mit Daiwa CN-101L) 1200W / 1300W (jeweils gemessen mit Daiwa CN-101L)

Die Zahlenwerte sind jeweils die angezeigten Werte auf dem Display - die mag der jeweilige Hersteller geschönt haben oder nicht... natürlich zzgl. Messtoleranz. Bei mir zuhause ist wohl die Stromversorgung etwas besser, wir haben vor ca. 10 Jahren neue Steigleitungen gelegt und der Kabelkanal im Shack ist mit 2.5quadrad angefahren - bei DL0KC war es auf einem alten Bauernhof unterm Dach - da gabs sicher mehr Leitungsverluste - das erklärt die Unterschiede in den Spannungen.und der Ausgangsleistung - ich habe aber jeweils beide Werte angegeben.

Fazit: das Netzteil der Alpin ist deutlich schwerer (in kg) und somit härter und bricht unter Last nicht so einwie das der Acom. Das erklärt auch den Leistungsunterschied.

Laut Hersteller (Reimesch) hat die Alpin vornehmlich 3 Unterschiede zur Acom: stärkerer Trafo, stärkerer Lüfter (Papst), sowie stärkeres Vakuum-Relais.

Wobei hierbei die letzteren beiden vermutlich eine logische Konsequenz des stärkeren Trafos und der damit verbundenen höheren Ausgangsleistung sein dürften.

Röhre:
die Röhre wird bei der ACOM ziemlich genau bei den Spannungswerten gefahren, die im Datenblatt von Svetlana als typische Anwendung vorgegeben werden (Ua = 2200 V). Dort ist Ua_max mit 2.5kV angegeben. Die Kurven auf Blatt 4 des Datenblattes gehen allerdings bis Ua = 3000 V. Die Alpin geht also deutlich näher an die Grenzen der Röhre.

Bei beiden PAs werden die Röhren jedoch außerhalb der "typischen" Applikation gefahren. Es kann also (konnte ich auf eham.net nachlesen) durchaus passieren, daß nach einem Röhrentausch die Leistung nicht mehr der Spezifikation entspricht - die Röhren sind sowohl bei Alpin als auch ACOM sehr ausgesucht. (Denkanstoß: die ACOM-2000 macht mit 2 Röhren nicht die doppelte Leistung der einen Röhre der ACOM-1000).

Schutzschaltungen:
die Schutzschaltungen bei beiden PAs sind nach dem Datenblatt her praktisch identisch (so genau habe ich das nicht überprüft). Was mir aufgefallen ist: Beide PAs haben inzwischen mehrfache Fehlbedienungen problemlos mit einem einfachen schalten nach Standby quittiert und sind daher auch für QSY mit ungeübten OPs sehr zu empfehlen.

Temperatur:
Die Temperaturanzeige der Acom-1000 schönt die Werte etwas nach unten. Inwieweit das kritisch ist, möchte jeder selbst beurteilen. Beim CQ-Rufen im WAE-RTTY kam die Anzeige nie auf mehr als 60 Grad, selbst mit continous carrier dauert es einige Minuten, bis die Temperaturanzeige auf 70 Grad ansteigt.. das sind dann 90 Grad Ablufttemperatur, gemessen mit einem Laborthermometer, das auf der PA im Abluftstrom lag. Beim CQWW-CW beim Rufen konnte ich Temperaturen bis etwa 60 Grad ablesen. Ein externer Zusatzlüfter, saugend auf dem Abluftschacht der Röhre (12V, 3Watt, 45cbm/h), hielt die Temperatur laut Anzeige um etwa 10 Grad niedriger, was mit dem Thermometer gemessen dann einer Differenz von ca. 15-20 Grad ergibt (siehe Tabelle oben).

(Im Vergleich dazu: die Alpin WARNT ab 97 Grad Temperatur und schaltet bei 115 Grad auf Standby; die Röhre selbst hat laut Datenblatt eine maximale Betriebstemperatur von 200 Grad - allerdings ist hier die Röhre gemeint, nicht die Abluft!). 

Für übervorsichtige ist also bei der ACOM der optionale Zusatzlüfter zu empfehlen, das erhöht den Luftstrom und schont die Röhre. Der Zusatzlüfter der ACOM wird jedoch extern montiert, d.h. er steht hinten am Lufteinang logischerweise etwas über, was eventuell beim Transport hinderlich sein könnte. Der Anschluß des externen 24V-Lüfters geschieht (lt. Review auf eHam.net) über einen Pfostenstecker auf der Platine - allerdings müsse der Trafo ausgebaut werden, um den Lüfter mit den 4 Schrauben zu befestigen. Der optionale Lüfter ist dann aber temperaturgeregelt - so daß auch hier im Leerlauf bei niedrigerer Temperatur die Geräusche zu vernachlässigen sind. 

Die bei Contesten und verschiedenen anderen PAs oft schon gesehene Maßnahme habe ich hier selbst praktiziert: einfach während des Contests auf den Abluftschacht einen weiteren Lüfter auflegen, der absaugt. Dies ist eine sehr kostengünstige Alternative, die Geräuschentwicklung ist dann natürlich nicht zu vernachlässigen. Unter dem Kopfhörer habe ichs aber kaum gemerkt :)

Bei der Alpin erkenne ich keine signifikanten Temperaturunterschiede zwischen Display und Anzeige auf dem Laborthermometer (+-3-5 Grad).

Betrieb:
beide PAs sind äußerst stabil - für Bandwechsel muß man einfach Load/Plate auf die Markierungen fahren und funken. Nachstimmen nur marginal notwendig, wenn überhaupt.

Beide PAs sind laut Anzeige nicht heiß zu bekommen - die Tempanzeige blieb immer unter 80 Grad bei beiden - auch beim Rufen in CW.

Die Acom hat ein paar mal abgeschaltet (angeblich wegen "hot switching", wobei sie hier wohl HF von hinten bekommen hat (gleiche Quad, Alpin TX auf 15m, Acom auf 10m... => wir haben 60W incoming gemessen). Das Problem dürfte sich mit High-Power-Filtern hinter der Endstufe aber erledigt haben - wenn die Stubs nur 10dB filtern, dann sinds nur noch 6W und sollte Ruhe einkehren.

Die Alpin hat in diesen Fällen (Acom TX, Alpin tastet) nicht abgeschaltet.

Wir haben das ganze @DP6A im CQWW allerdings auch geschafft, daß die Aplin von hinten Leistung auf dem anderen Band erhalten hat (Hauptstation sendet auf 10m, Alpin ist auf der 2. Antenne (FB33, ca. 30m von der Hauptantenne). Sobald die Antennen aufeinander gezeigt haben, wurde die durch den Fritzen empfangene Leistung auf 10m zur Reflected PWR von 15m (der Beam war im oberen Bereich recht schlecht, > 1:3) addiert und hat gelegentlich die Schutzschaltung getriggert - hier rächt sich der 3-Band-Beam für die 2. Station, der eben auf 10m auch in Resonanz ist... 

Die Alpin ist recht pingelig beim SWR - kann aber auch am TS-850 liegen, der leicht überschwingt beim ersten dit - hier muß unbedingt(!) darauf geachtet werden, daß der CARRIER-Regler richtig eingestellt ist und das TX-Signal im ALC-Bereich liegt (auch SSB - dort mic/proc Einstellungen).

Sonst überschwingt der TS-850, geht kurz mit erhöhter Steuerleistung (bis zu 100W) auf die PA, deren Kondensatoren voll sind und die daher kurz (einige Millisekunden) richtig Dampf macht (1500+, die C's sind ja voll). Wenn nun das SWR am Rande des Limits ist, kommt dabei natürlich mehr zurück, und dann schaltet die PA ab aufgrund "**Reflected Power**".

Die Alpin ist definitiv (zumindest mit dem in meiner PA installierten Software-Release) bzgl. SWR etwas kritischer als die Acom - kann aber auch daran liegen, daß sie die Röhre mehr ausfährt und daher bei gleichem SWR weniger Reserve drin ist. Die Alpin hat bei >200W Rücklauf abgeschaltet, die ACOM bei ca. >300W - was gegenüber schlechtem SWR doch eine gewisse Reserve ist.

Schön bei der Alpin:
Schön bei der Alpin ist, daß die Anzeigen FWD, REV, TRI dauerhaft eingeblendet sind und die anderen Anzeigen in der vierten Zeile durchgeschaltet werden können, die Acom hat ja nur 2 Zeilen, und da ist nur FWD dauerhaft angezeigt.

Schön bei der Acom:
Schön bei der Acom hingegen finde ich das "auto-operate"- Feature,das bei der Alpin aus "prinzip" nicht eingebaut wurde ("wenn die PA abschaltet, hat das einen Grund. Also: erst schauen, dann ggf. fixen und erst danach wieder einschalten") - gut, diese Mentatlität ist andererseits auch verständlich. Vielleicht gibts aber auch aufgrund der größeren Pout weniger Reserven und deshalb ist alles etwas kritischer...?

"Störend" bei der Acom:
Man merkt nicht, ob sie an ist oder nicht - außer an der Leistung. Die PA ist wirklich NICHT zu hören. Weder der Lüfter, noch das TX-Relais. Eine rote TX-Lampe fehlt, es gibt nur die grüne operate LED. PS: das mit dem "nicht hörbar" wurde mir vorher schon gesagt, da dachte ich: "naja, die wird leise sein...", aber das übertrifft wirklich alles. Der Netzteillüfter des 12V-30A-Schaltnetzteils für den TS-850 war lauter als die Acom im Betrieb.

Geräusch der Alpin:
gefühlsmäßig etwa der doppelte Luftdurchsatz wie bei der Acom, daher etwas mehr Ströhmungsgeräusche. Der Pabst-Radial-Lüfter und die Luft sind aber kaum zu hören - eine TL-922 ist brüllend laut dagegen (Luft) - vom TX-Relais der TL-922 mal zu schweigen - das weckt ja die Crew im Schlafsaal zwei Häuser weiter noch auf :). Das TX-Relais der Alpin ist mit einem deutlichen Klick zu hören (auch wenn man den Kopfhörer auf hat)- nicht laut und nicht störend, aber hörbar.Gut für die Seele ("das relais klickt, die PA schaltet noch...").

Geräusch der Acom:
Schlicht nicht hörbar. Nix zu hören. kein Rauschen, keine Luft, kein Relais. Einfach nix.Ein Lüfter eines 12V-Schaltnetzteiles ist lauter - allerdings fährt der Lüfter der Acom temperaturgesteuert etwas hoch, d.h. wenn sie warm ist, ist sie auch etwas lauter (aber immer noch leiser als die Alpin).

Verschraubungen:
Das Gehäuse der Alpin ist mit erheblich mehr Schrauben zugeschraubt, etwa alle 8-10cm befinden sich Schrauben - auch an der Trennwand zwischen HF-und HV/Steuerungsteil. Etwas nervig, wenn man "mal schnell" aufschrauben und reinsehen möchte. Die Acom ist mit deutlich weniger Schrauben verschraubt.

Transport:
die Acom fühlt sich erheblich leichter an - ggf. muß ich die beiden Kisten doch mal wiegen. Laut Datenblatt hat die Acom 22 kg.Mit 22kg hat sie noch "Fluggewicht", aber die Gewichtsklassen sind ja inzwischen oder spätestens demnächst Geschichte.
Die Alpin wiegt angeblich 25kg. (=> Trafo, Pabstlüfter, größeres Gehäuse).

Welche PA ist nun besser?
Falls man eine LEICHTE PA für transportable Zwecke sucht, d.h. Field-Days, DXped, etc.: => ACOM-1000
Falls man für zuhause eine extrem LEISE PA sucht => ACOM.
Falls das anmatchbare SWR eine Rolle spielt: die ACOM ist etwas weniger kritisch
Falls Gewicht und minimales Geräusch keine Rolle spielen => Alpin
Falls der Preis eine Rolle spielt => Alpin (aktuell ist der Neupreis 100 EUR  niedriger)
Falls Leistung eine Rolle spielt: die Alpin macht etwa 200W mehr.

73s de Werner DL4NER.




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