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Ten-Tec Orion: Erfahrungsbericht anlässlich des WAG 2004 bei DL0CS 26.10.2004
Ten Tec Orion (df9lj) Während eines Wettbewerbs wurde uns von Apello / Carsten Esch ein Ten-Tec Orion zur Verfügung gestellt und im Rahmen einer Multi / Single Aktivität als Transceiver auf dem 40 m Band eingesetzt. Die 40m Station bestand aus dem Orion in Verbindung mit einer ETO Alpha Endstufe. Als Antennen standen eine HB9CV und ein Dipol jeweils in ca. 20 m Höhe zur Verfügung. Als Loggingprogramm wurde CT genutzt, das über die serielle Schnittstelle mit dem Transceiver kommunizierte.
Meine Herangehensweise war geprägt durch neugieriges Interesse am Transceiver und eine Zurückhaltung bezüglich der Lektüre des Handbuchs. Um es deutlich zu sagen, dieser Transceiver erzwingt ein Umdenken. Um die vielfältigen - mein erster Eindruck würde sogar sagen "grenzenlosen" - Funktionen des Orion nutzen zu können, ist die Lektüre des (verbesserungsbedürftigen) Handbuchs unumgänglich. Um interessierten Amateuren und potenziellen Kunden einen Eindruck vermitteln zu können, wäre ein Auszug des Handbuchs im Internet aufgrund der Komplexität der Funktionen m.E. hilfreich.

Beschrieben wird im folgenden nur ein Teil der Funktionalität, die der Orion bietet. Um alle Möglichkeiten zu testen und zu erfahren, reicht ein Wochenende auch nicht aus.

Zunächst sei der Vollständigkeit halber darauf hingewiesen, dass es sich beim Orion wie bei allen Ten-Tec Transceivern um einen 12 V Gerät handelt, das ein externes Netzteil benötigt.  Ansonsten hat der Orion alles, was man von einem 100W Transceiver erwartet und vieles darüber hinaus. Wahlweise hat der Orion einen eingebauten Antennentuner, serienmäßig 2 VFO's mit den bekannten Abstimmknöpfen der Ten-Tec Geräte. Neben dem Hauptempfänger des Transceivers ist ein Subempfänger eingebaut, der in allen Parametern unabhängig vom Hauptempfänger eingestellt werden kann. Es sind zwei Antennenausgänge für Sende-/ Empfangsantennen vorhanden. Darüber hinaus ist ein separater RX-Antenneneingang  verfügbar.  Zentrales Element des Orion ist ein großes Monochrom Display über das vielfältige Menues anwählbar sind. Bis auf das analoge S-Meter und einigen Leuchtdioden ist dieses Display das einzige Anzeigeinstrument des Orion. Hier finden sich alle erforderlichen Informationen, die für den Normalbetrieb erforderlich sind.

Der Empfänger des Orion begeistert spontan. Die Selektivität im Telegraphiebetrieb in Verbindung mit der stufenlos verstellbaren Bandbreite war für mich mit Abstand das Beste, was ich bislang erlebt habe. Meine Vergleichsbasis ist nicht grenzenlos, aber ich traue mir den Vergleich zu, dass der Orion deutlich besser ist als mein eigener Omni IV aber auch deutlich besser als TS 850 und  FT 1000. Ebenfalls beeindruckend ist die Großsignalfestigkeit bzw das Intermodulationsverhalten. Während sich alle anderen benutzten Transceiver von der in unmittelbarer Nachbarschaft betriebenen Kurzwellen-Bake DK0WCY beeinflussen ließen, war beim Orion nichts davon zu merken.

Ich habe kein Schaltbild studiert, aber es fällt auf, dass bei der Wahl der Empfängereingangsdämpfung 6, 12 und 18 dB Relais wirken, während sich ein
Großteil der restlichen Möglichkeit wohl aus einer ausgefeilten Software in Verbindung mit den Fähigkeiten moderner DSP's ergeben. Ergänzend hinzufügen muss ich an dieser Stelle noch, dass die Benutzung der Dämpfungsglieder auf dem abendlichen 40m Band aus reiner Neugier erfolgte, die theoretische Verbesserung des IM-Verhaltens war in der Praxis nicht feststellbar.

Auch im Sendezweig gilt: "Nichts ist unmöglich." Die Möglichkeiten beginnen bei der getrennten Ansteuerung von zwei Endstufen, reichen über die Wahl
der Anstiegsflanke der CW-Zeichen bis hin zur Bandbreite des SSB-Sendesignals. Profane Dinge, wie stufenlose Leistungsverstellung, eine einstellbare
Leistung des "TUNE" Schalters und ähnliches erwähne ich gar nicht erst.

Vielleicht noch erwähnenswert ist die binaurale Audiofunktion für den CW-Betrieb. Möglicherweise ein Novum, möglicherweise auch bereits bei anderen
Herstellern im Einsatz. Für mich war es jedenfalls neu und lud zum experimentieren ein. Was bietet diese Funktion? Im CW Betrieb wird das Audiosprektrum in Abhängigkeit von der Frequenz der anrufenden Stationen räumlich aufgespalten. Der Operator hört Stationen, die auf Zero-Beat liegen direkt vor sich. Stationen, die auf zu tiefer Frequenz anrufen, erscheinen links von ihm, während Stationen, die zu hoch anrufen, recht von ihm zu liegen scheinen. Somit sollte es dem Gehör noch leichter fallen, Signale zu lokalisiern und zu isolieren. Hier lohnt ein weiteres Testen und Experimentiern.

Mein Fazit, der wenigen Betriebsstunden läßt sich folgendermaßen zusammenfassen:
1. die Möglichkeiten sind grenzenlos, der Empfänger Spitzenklasse
2. der Orion ist das Werk von Praktikern, die ein völlig neues Konzept umgesetzt haben.
3. jeder der einen Transceiver in der 3,5 K€ Klasse in Erwägung zieht, sollte sich einen persönlichen Eindruck verschaffen, denn der Orion ist anders als "die Japaner".

73, Jörg (DF9LJ)




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