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Besuch bei microHAM 06.02.2008
OM7ZZ, DL6RAI, Milan (dl6rai) Am 4. Februar 2008 nutzten Alex, DL1MAJ, und ich die Gelegenheit, die Firma microHAM in Bratislava zu besuchen. microHAM ist seit dem Jahr 2002 tätig und beschäftigt sich ausschließlich mit der Herstellung von Amateurfunkgeräten. Die Firma wird geführt von Jozef Urban, OM7ZZ, der das ganze Unternehmen "A Labor of Love" nennt. Bekannte Produkte sind der Digi Keyer, das USB Interface, mircoKeyer und MK2R (SO2R-Controller) - alles Geräte zum Steuern und Schalten. Darüberhinaus gibt es auch recht solide Antennenschaltungstechnik.

Die Firma hat sich in den letzten Jahren gut entwickelt und beschäftigt in den recht großzügig bemessenen Räumlichkeiten in Ivanka pri Dunaij, wie die Ortschaft genau heißt, derzeit 10 Mitarbeiter. Design, Entwicklung, Fertigung, Test, kaufmännische Abwicklung und Versand findet alles vor Ort statt; lediglich bei der Leiterplattenherstellung und bei der Kabelfertigung greift man auf externe Lieferanten zurück. Alle Produkte sind "Made in Slovakia". Da man aufgrund des relativ kleinen Amateurmarktes nur in Hunderter- und nicht Tausenderstückzahlen fertigen kann, ist ein Problem der Bezug von qualitiativ hochwertigen Leiterplatten. Die Hersteller aus der Slowakei und aus Deutschland liefern lange nicht so gute Qualität wie die aus Taiwan, sagt Jozef - aber dafür muß er bei den Chinesen mindestens 1000 Stück ordern, und das geht erst wenn ein Produkt richtig am Markt etabliert ist. Spätestens dann ist aber bei dem doch sehr beschränkten Amateurmarkt immer die Frage, wieviel man davon noch verkaufen kann.

Insgesamt wurden in den letzten fünf Jahren von microHAM etwa 5.000 Geräte gebaut und verkauft, so erzählt uns Jozef, der selbst für das Hardware-Design der Geräte verantwortlich ist. Der derzeitige Renner ist der microKeyer II, der bei der Einführung so rasanten Absatz fand, dass es Ende des letzten Jahres zu einem Engpass kam, der erst jetzt wieder beseitigt ist. Es freut Jozef, dass auch beim BCC viele seiner Entwicklungen eingesetzt werden. Seine Ideen kommen häufig von eigenen Contest-Aktivitäten und Erlebnissen an den Klubstationen OM0M und OM7M.

Bemerkenswert ist das modulare Konzept von microHAM, das versucht mit möglichst wenigen Komponenten die ganze Vielfalt der unterschiedlichen Amateurgerätehersteller (man denke nur mal an die Mikrofonanschlüsse der drei großen japanischen Hersteller) abzudecken. Die Treibersoftware für die ganze Linie der USB-Geräte ist identisch. Die Geräte selbst verfügen entweder über eine 15- oder eine 37-polige DSub-Buchse, und die Kabel sind zwischen den verschiedenen Gerätegenerationen austauschbar. Die Anpassung an die unterschiedlichen Hersteller findet erst im Anschlusskabel ("Oktopus") statt: beim 37-poligen Kabel werden dort die entsprechenden, gerätespezifischen Brücken gesetzt, beim 15-poligen muss man intern Jumper umstecken.

Bei der Kabelfertigung hat microHAM Lehrgeld zahlen müssen. Das verwendete SCART-Kabel ist zwar nach außen hin sehr robust, reagiert aber empfindlich auf Zug und Verwindung. Im Stecker reißen die dünnen Leitungen gerne ab, wenn das Kabel öfters ab- und wieder angesteckt wird, wie es beim Contesteinsatz üblich ist. Der Grund dafür sind die relativ dünnen Innenleiter der abgeschirmten Leitungen, die aus der TV-Technik kommen und deshalb einen Wellenwiderstand von 75 Ohm aufweisen. Erst durch den Einsatz von mechanisch sehr aufwendigen DSub-Steckergehäusen eines schwedischen Herstellers, bei denen das Kabel beim Austritt aus dem Steckergehäuse gecrimpt wird, sind die Probleme mittlerweile behoben, sagt uns Jozef.

Auf die Frage nach Neuentwicklungen und Ideen, sprudelt es geradezu aus ihm hervor. In Dayton und in Friedrichshafen soll ein erweitertes Steuerkonzept für Multi-OP-Stationen auf Basis des neuen Produkts "StationMaster" vorgestellt werden. Dieser wird über den microHAM-eigenen Ilink-Bus angesteuert und es lassen sich komplexe Szenarien bei der Antennenauswahl und Rotorsteuerung automatisieren. Es wird die Möglichkeit geben, einzelne Rotoren von unterschiedlichen Stationen aus anzusteuern und auch Empfangsantennen wie Beverage-Antennen, in ein Gesamtkonzept zu integrieren. Zur Unterstützung verschiedener Rotor-Modelle und Schalteinheiten gibt es entsprechende Module am Ilink-Bus. Für Beverage-Antennen ist sogar die Nutzung von Wireless-Technik (2.4 GHz) vorgesehen - allerdings nur zur Übertragung der Steuerinformationen. Für die HF-Übertragung und DC -Versorgung des Einspeisepunktes kommt ein gemeinsames Koaxialkabel unter Anwendung von Split-Filtern zur Anwendung. In etwas fernerer Zukunft ist die Möglichkeit der vollständigen Remote-Steuerung großer Multi-OP-Stationen angedacht - virtuelle Besuche bei Klubstationen sollen dann eines Tages möglich werden.

Man sieht, es ist einiges an guten Ideen bei mircoHAM vorhanden. Wir wünschen Jozef und seinem Team viel Erfolg und drücken die Daumen, dass er mit seiner kleinen, inovativen Firma den Funkamateuren noch lange erhalten bleibt.


Artikel mit Diashow!  Besuch bei microHAM 2008




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