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RDXC aus HB0 04.07.2007
QSL HB0/DK4YJ (dk4yj) Dieses Jahr sollte es zum RDXC mal etwas besonderes sein. DJ4MZ, DK4YJ, DK5TX, DK9TN und DL5RMH waren als HB0/DK4YJ aktiv. Erwartungsgemäss ging es vom QTH (Chalet Barsüla) ausgesprochen schlecht nach Osten, daher ist die Punktzahl nicht so beeindruckend. Trotzdem hat es allen Beteiligten viel Spaß gemacht, und auch ausserhalb des Kontests wurden einige QSOs gemacht. Einen ausführlicheren Bericht gibts hier:

Wir in Süddeutschland sind ja privilegiert: Nur wenige Autostunden entfernt haben wir mit Liechtenstein ein semi-rares DXCC-Land quasi vor der Haustüre. Und so geisterte die Idee, HB0 einmal in einem Kontest zu aktivieren, schon lange in Christophs und meinem Kopf herum. Nur ein passendes QTH hatten wir nicht. Dann erzählte uns Mario, DJ2MX von der letzjährigen Expedition zum CQ 160m-Contest und gab uns den Tip, es auch einmal mit dem Chalet Barsüla zu versuchen. Die nächste Frage war die nach dem passenden Kontest: Es sollte erstens einer mit reichlich Aktivität sein, zweitens mussten DXCCs als Multis zählen und drittens sollte zeitlich so liegen, dass nicht zwangsläufig mit riesigen Schneebergen gerechnet werden muss. Die Entscheidung fiel recht schnell auf den RDXC. Als zusätzliches Zuckerl nahmen wir auf der sehr guten RDXC Homepage erfreut zur Kenntniss, dass im RDXC noch nie eine Station aus HB0 ihr Log eingereicht hatte und das wir so sicher ein exklusiver Multi seien würden. Dachten wir.

 

Ulf, DK5TX, war auch sofort von der Idee angetan, und während des CQWW CW konnte dann auch Martin, DL5RMH, für die Idee begeistert werden. Damit hatten wir dann schon mal vier Kontest - Operateure gefunden. Simon, DJ4MZ, kam dann noch als RTTY - OP und Verstärkung ins Team. Und um es vorweg zu nehmen, wir sind recht überzeugt, dass es zwar sein erster, aber sicher nicht sein letzter Kontest war.

 

Die Teilnahmeklasse war auch schnell entschieden: M/2 sollte es sein, um den Funkspaß zu optimieren. Jetzt konnten wir uns auf die Vorbereitung der Technik stürzen. Alle Warnungen von "Chalet-Barsüla-Erfahrenen", dass das Gelände zwar groß sei, Antennenarbeiten aufgrund des extrem steilen Geländes aber sehr sehr anstrengend wären, schlugen wir großzügig in den Wind. Und so begannen wir damit, sämtliche Bekannten im DK0MN - Umfeld mit Anfragen zu belästigen, ob sie uns dieses oder jenes leihen oder uns bei diesem oder jenen helfen könnten.

 

Im Dezember erstand Ulf einen gebrauchten Transceiver von Fredi, HB0BB, und Christoph und Ulf machten sich auf den Weg nach HB0, um das Gerät zu holen und unser QTH schon mal in Augenschein zu nehmen. Fredi kommentierte vor Ort unseren Plan, von Barsüla aus zu funken, wie folgt: "Das QTH ist nicht schlecht - durch die Lage am Hang gibt es wenig QRM aus Russland". Das klang ja schon mal toll für den Russian DX Contest :-)

 

Kurz nach Silvester warf Christoph dann einen Blick auf die Homepage des Radio Club Pazin und fand dort die Ankündigung, dass ein kroatisches Team dieses Jahr ein "semi-rares DXCC in Europa" aktivieren wolle. Und zwar zum RDXC! Ihn beschlich eine dunkle Ahnung, die in einem kurzen Telefonat auch prompt bestätigt wurde: Wir bekamen Konkurrenz! Eine M/S - Aktivität unter dem Rufzeichen HB0/9A8MM war geplant! So viel zum Thema "exklusiver Multi". Die Frage "Wo genau seid Ihr denn?" lieferte dann die Antwort, die Adresse sei Obergufer 47 in Triesenberg. Im Internet fand sich für unser Chalet die Adresse Triesenberg, Obergufer 49. Wie schön, funkende Nachbarn. Zum Glück stellte sich dann aber heraus, dass es sich um die Adresse der Vermieter handelte, und so begannen hektische Telefonate und Versuche, in Google Earth die Hütten "Chalet Barsüla" und "Chalet Wanni" zu finden und den Abstand zu ermitteln. Irgendwann stand fest: 1300m. Puh, könnte gutgehen...

Weitere Ideen wurden entwickelt wie man sich mit unseren kroatischen Nachbarn einigen könnte. Leider existiert im RDXC keine Multi/Multi Klasse, so dass diese Variante schon einmal ausschied. Die Überlegungen umfassten viele Varianten bis hin zu einer Möglichkeit doch gemeinsam M/M zu machen und das Ganze als Checklog einzureichen... Schließlich verständigten wir doch darauf, dass jeder an seiner ursprünglichen Plänen festhielt: Das Team HB0/9A8MM startete in der M/S Klasse und wir planten weiterhin für M/2. Die Meinung der (auch extern konsultierter) Experten war, dass 1,3 km Abstand "eigentlich" kein größeres Problem darstellen sollte. Ein mulmiges Gefühl blieb.

 

Die Vorbereitungen gingen also weiter, und wir verbrachten einige Abende bei DK0MN mit den Vorarbeiten. Antennen mussten gebaut, Kabel sortiert und gestapelt werden etc. Das fertige Antennenkonzept sah dann wie folgt aus:

 

160m: Titanex V80

80m: Titanex V80 / Dipol

40: Vertikal

20: Verikal

20 / 15 / 10:  Titanex 5 el. LogPer LP5

 

Aufgrund der guten Erfahrungen im Fieldday sollte zusätzlich ein symmetrisch gespeister Dipol mit einer Matchbox zum Einsatz kommen.

 

Am Samstag vor der Abreise trafen sich die Aktivisten noch ein letztes Mal bei DK0MN, um alle Stationen einmal aufzubauen und in Betrieb zu nehmen. Dies hat sich als recht nützliche Übung herausgestellt, da fehlende Kabel und Kleinteile so noch vor der Abreise aufgefallen sind. Anschließend wurde alles verpackt und bis zum Donnerstag bei DK0MN gelagert.

 

Donnerstag gab es um acht in der Früh noch ein kurzes gemeinsames Frühstück, und anschließend wurde das Material in zwei Autos verpackt. Angesichts der Berge war uns schon ein wenig mulmig, aber wir waren sehr angenehm überrascht, was alles in zwei Kofferräumen Platz finden kann.

 

Gegen 13:30 erreichten wir dann das Chalet. Bei den Planungen hatten wir ja immer mit Schnee gerechnet, doch mit dem Wetter hatten wir extremes Glück: Strahlender Sonnenenschein und äußerst milde Temperaturen erwarteten uns, so dass die unterwegs an der Tankstelle erworbene Sonnencreme schnell zum begehrtesten Gepäckstück avancierte.

 

Nach kurzer Einweisung durch unsere Vermieterin machte sich Ulf auf den Weg in den nächsten Supermarkt und wir begannen  mit dem Antennenaufbau. Jetzt erfuhren wir, was unsere Vorgänger mit "steilem Gelände" meinten!  trotzdem war schnell ein guter Platz für die V80 und für einen Dipol gefunden.

 

Beide Antennen waren dann auch pünktlich zum Einbruch der Dämmerung aufgebaut und in Betrieb genommen.

 

Inzwischen war Ulf mit einer Wagenladung Lebensmittel aus dem Supermarkt zurück. Während er sich um ein Abendessen kümmerte, verwandelte der Rest das vormals gemütliche Wohnzimmer in ein Shack mit zwei Funkarbeitsplätzen. Von Kleinigkeiten abgesehen ging das auch recht problemlos, so dass gegen 2100z die ersten QSOs in Log kamen.

 

Der Andrang überraschte uns wirklich, wir hatten zwar auf ein paar PileUps gehofft, uns aber nicht träumen lassen, dass HB0 wirklich so begehrt ist. Gerade in CW auf den Lowbands scheint vielen Leuten das Fürstentum doch noch zu fehlen.

 

Christophs neue V80 gab ein gutes Debut und bescherte uns prima Rapporte aus Nord- und Südamerika. Dies ist ganz eindeutig die Schokoladenseite dieses QTHs. Pferdefuss dieser Anordnung war die neu gebaute Anpassbox für 160m, die wir in der Theorie vom Shack aus umschalten konnten. Diese nötigte uns während des gesamten Aufenthalts viele nächtliche Ausflüge auf den Hügel auf und kostete uns eine Menge QSOs auf 160m, da sie prinzipiell kurz vor unserem Sonnenaufgang ein neues Zipperlein entwickelte. Ich hoffe, ich habe jetzt genug Erfahrungen gesammelt, so dass die nächste Version etwas robuster ausfällt...

 

Abgesehen von dieser Anpassbox, ein paar Einstrahlungen in den PC - Voicekeyer und einem (durch eigene Dummheit im Teamwork) zerstörtem TS-850 verschonte uns Murphy während des Aufenthalts, so dass es hier zum Glück nichts spektakuläres zu berichten gibt.

 

Pünktlich zu Kontestbeginn saßen Ulf und ich an der Station. Ulf wollte auf 20m in SSB, ich auf 15m in CW beginnen. Fünf  Minuten vor dem Kontest traf ich noch Manfred, DJ5MW, auf dem ansonsten auffällig leerem Band. Nach dem Start lernten wir, was Kontesten hinter einem Berg bedeutet: Die Rate war vernichtend! Nach ca. 10 Minute (und drei QSOs auf 15m) wechselte ich nach 40. Dort  lief es dann etwas besser, aber richtige Raten wollten sich nicht einstellen. Selbst laute UA - Stationen wollten uns nicht erhören, da sie fleißig untereinander QSOs machten. 20m wurde erst besser, als das Band nach USA aufging.

 

Den ganzen Kontest lang galt eine Regel: Desto größer die Wellenlänge, desto besser die Rate. Richtige PileUps konnten wir eigentlich nur auf 80m und 160m erzeugen, und auch dort nur in CW. Unserer kroatischen "Konkurrenz" erging es aber eher noch schlechter - unser größerer Antennenaufwand für die Lowbands machte sich positiv bemerkbar.

 

Nachdem wir uns gedanklich von den hohen Raten verabschiedet hatten, tat diese Einschränkung dem Spaß auch keinen Abbruch. Am Sonntag in der Früh konnten wir in einer konzentrierten Aktion noch HB0/9A8MM auf allen Bändern arbeiten, um wenigsten ein QSO auf 10m zu bekommen. Es hatte zwar keiner von uns eine funktionierende Antenne für 160m (Die Kroaten hatten überhaupt keine, und unsere hatte mal wieder das Handtuch geworfen), aber für die gewaltige Entfernung tat es auch die 20m - Vertikal mit 5 Watt. Nachdem wir unser SSB - QSOs dort abgewickelt hatten und ich mich verabschieden wollte, kam ein entrüstetes "No no no - we´re not finished yet! I need you in CW!" aus dem Kopfhörer. Damit sollten wir eine der wenigen Stationen sein, die HB0 sowohl in CW als auch in SSB auf 160m im Log haben ...

 

Der Sonntag Vormittag verlief wieder eher unspektakulär. Auf 40m kamen in SSB noch eine Menge Sonntagsfunker ins Log, die uns entweder mit der Nummer 001 oder 002 beglückten oder denen die Institution einer Seriennummer völlig unbekannt war. Die letzte Stunde lieferte auf 20m noch einmal eine ganz erfreuliche Rate in Richtung USA.

 

Direkt nach dem Kontest übernahmen Simon und Martin die Station und kurioserweise stieg die Rate gleich wieder gewaltig an. Viele DX - Jäger scheinen sich in Kontesten nicht wohl zu fühlen.

 

Der Rest begann schon mal mit dem Abbau der Antennen. Nachdem der Beam und die V80 wieder auf dem Autodach verstaut waren, machten wir uns auf den Weg zum kroatischen Team, um deren QTH zu besichtigen.

 

Nach unserer Rückkehr packten wir die letzten Antennen ein und räumten unsere Hütte so um, dass Platz für eine große Runde entstand.

Der Sonntagabend stand ganz im Zeichen eines gemeinsamen Abendessens, zu dem wir unsere kroatischen Freunde in unser Chalet einluden. Die lokale Spezialität Käsefondue sorgte bei allen für große Begeisterung. Bis tief in die Nacht wurde über vergangene und zukünftige gemeinsame Treffen und Aktivitäten gesprochen und die feste Absicht geäußert, es beim nächsten Mal doch gleich von Anfang an gemeinsam zu planen.

 

Neben seinen Pflichten als Operator übernahm Ulf auch die Rolle des Chefkochs, so dass während der ganzen Zeit niemals das übliche Kontest - Junkfood zum Einsatz kam. Vielen Dank für die hervorragende Bewirtung!

 

Alles in Allem hat uns der Ausflug eine Menge Spaß gemacht und auch viele neue Erfahrungen eingebracht. Dies wird vermutlich nicht unser letzter Ausflug zu diesem QTH gewesen sein.

 

Ein Kapitel steht jetzt noch aus: Die QSL - Karten müssen noch gedruckt und verschickt werden. Die ersten Stapel mit direkt - QSLs treffen jetzt schon ein...

 

Vielen Dank noch einmal an alle Anrufer und vor Allem an alle, die uns mit Rat, Tat und Material unterstützt haben, insbesondere: HB0BB, DH1TW, DJ2MX, DK0MN, DK3YD, DL2NBU, DL2OBO, DL3MII, DL6RAI, IV3IYH

 


Artikel mit Diashow!  HB0/DK4YJ 2007

 

Hier noch der claimed score:

Contest         : Russian DX Contest
Callsign        : HB0/DK4YJ
Mode            : MIXED
Category        : Multi Operator - Two Transmitter (M2)
Overlay         : ---
Band(s)         : All bands (AB)
Class           : High Power (HP)
Zone/State/...  : DX
Operating time  : 23h50

BAND   SSB    CW DXC OBL  POINTS   AVG
----------------------------------------
 160    25   253  38  25    1250  4.50
  80   170   406  53  50    2779  4.82
  40   265   456  64  41    3154  4.37
  20    67   401  49  39    2466  5.27
  15     1    13   7   3      82  5.86
  10     1     1   1   0       4  2.00
----------------------------------------
TOTAL   529  1530 212 158    9735  4.73
========================================
       TOTAL SCORE : 3 601 950

 




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