The BCC logo
BCC - The Bavarian-Contest-Club

Home 
Über uns 
Kalender 
Historie 
2017
2016
2015
2014
2013
2012
2011
2010
2000-2009
2009
2008
2007
2006
2005
2004
2003
2002
2001
2000
CN8WW
1990-1999
1983-1989
Contest 
Contest-FAQ 
Projekte 
Testberichte 
Internes 
Mitglieder 
Galerien 
WABCC 

BCC Wandkalender 2017

WRTC 2018

Google
Web BCC


Russian DX Contest 2006 oder auch: Dimitrih qBorschtscht 4 Wassillih 09.01.2009
Logo RDXC (dj9mh) Wer hier einen objektiven oder auch nur soliden Contestbericht erwartet, dem kann ich nur empfehlen nicht weiterzulesen und stattdessen lieber z.B.im BCC-Handbuch ab Seite 65 zu schmökern.

Siegenburg,

 

jenes ob seines Pizzalokals gerühmte Kleinod in der bayerischen Pampa hatte auch auf mich seine Anziehungskraft. So habe ich dem RAI in einem Nebensatz eine Einladung zum ARRL CW 2006 abgequatscht. Nur, als der Tag näher kam, war der Meister gar nicht im Lande und statt von Amis war jetzt von Russen die Rede. Die sollten zu Hauf im Russian-DX-Contest auftreten. Meine Enttäuschung wieder keinen W7 auf 160m nicht nur zu hören, sondern auch von ihm Antwort zu bekommen, war groß, aber so ist das Leben. Tapfer beschloß ich also einen geliebten CW-Contest gegen einen solchen mit gemischtem Betrieb in die falsche Richtung zu tauschen. Immerhin Siegenburg!

 

Erst Mal die Verwandtschaft ruhig stellen

 

Der XYL konnte ich das Wochenende mit allerhand Schnickschnack wie Bekanntenbesuch in der Vorwoche, Nächtigung beim Lieblingssohn und Museumsbesuchen in München schmackhaft machen.

Daß es eines Überlebenssets bedurfte, war mir bewußt. Daß ich meine Lebensmittel wieder mit zurücknahm sind der Pizzeria und dem örtlichen Bäcker zu verdanken. Doppelte Pullover, dicke Stiefel, eine Kaffeetasse und bleifreie Getränke erwiesen sich als gute Investition. Daß Siegenburg noch nicht an die Wasserleitung angeschlossen ist, war mir bekannt und auch daß es dort die größte Kontesttoilette Deutschlands gibt. Zu spät fiel mir ein, daß ich keinen Wodka dabei hatte. Aber zu einem REF-Contest hätte ich ja auch keinen Bordeaux oder zum Frankencontest den heimischen Sauerampfer mitgeschleppt!

 

Sind wir nun Weltmeister im Organisieren oder etwa nit?

 

Wann startet ein DL-Funker zu dem eine Autostunde entfernten Contestplatz? Richtig; fünf Stunden vor dem 1. QSO. Vielleicht sind ja die Antennen runtergefallen, der Strom abgeknipst, die Schneewehen vor der Shacktüre erst noch zu beseitigen oder oder oder

Nun machte mir das ja nix aus des Samstags ummere Achte Bens Dornachklingel zu läuten. Denn mit Frühaufstehen habe ich keine Probleme. Aus einer Stadt wie München ohne Verfahrer raus zu finden, war da schon eher eine Herausforderung.

 

Ankunft im Wald

 

„Sieht schon mal gut aus“ war der Text zu den Bildern die uns die Antennen vor Ort abgaben. Der Reparaturteil wurde gestrichen und Schnee war auch keiner zu räumen. Demonstrativ wurde der mitgebrachte Ersatztransceiver so hingestellt, daß ihn die Einsatz-TS850s deutlich sehen konnten. Sie mußten sich also schon mal keinen Ausfall einfallen lassen.

Während Ben seine „gleich-geht's-los-Checkliste“ abarbeitete, konnte ich all das viele Edelmetall bewundern, das sich da im Laufe der Jahre angesammelt hatte.

 

 

Nach und nach trafen die Mitstreiter ein. Christoph brachte sofort ein paar Laptops zur Erleuchtung, denn irgendwie war eine letzte Softwareversion zu installieren. Was ich gelernt habe ist, daß man in einem Netzwerk nicht unterschiedliche Versionen verwenden darf. Aber ehrlich, mich hätte schon gewundert wenn MU0RFI sich nicht irgendwo eingenistet hätte. Aus vielen Aussagen im / auf dem BCC-Reflektor wissen wir doch, daß WIN-Test stabil läuft, daß es sich bei TS850 um bewährte Geräte handelt, daß man Monobeams nicht kaputtfunken kann und daß Endstufen eigentlich eine gewisse Zeit durchhalten. Und so war das dann auch.

 

Optimisten lernen russisch (Pessimisten übrigens chinesisch)

 

Ben hatte irgendwann nach meinen Russischkenntnissen gefragt und die waren schnell aufgezählt:

Doswihdanja!

 Der normale Contestfunker aus Russlands Weiten würde sein Call wohl in englisch buchstabieren können und in CW gibt es diese Sprachbarriere ja sowieso nicht. Ich will ja nun nicht behaupten, daß  Ben extra wegen meiner unterentwickelten Sprachkenntnisse einen Dolmetscher engagiert hatte. Immerhin es war einer da. Er entpuppte sich nach und nach als ein des Funkens nicht so richtig gewohnter Weißrusse mit germanischer Lizenz, der mit unglaublicher Begeisterung dieses Neuland betrat. Ich wurde oft an meine ersten QSOs erinnert. Und so elegant hatte ich mich damals wahrscheinlich nicht aus der Affäre gezogen wie dieser Denis (sein richtigerName ist ihm bekannt).

Aber so weit sind wir noch gar nicht. Für eine aktive Beteiligung am Contestbeginn hatte ich Verzicht ausgesprochen, denn ich wollte doch erst dem großen Meister über die Schulter gucken.

Siegertypen lassen sich nicht so ohne weiteres in die Karten schauen, denn nächstes Mal funken wir schließlich wieder „gegeneinander“ und so war angeblich kein Zweitkopfhörer zum Mithören zur Verfügung. Ich war aber auch so beeindruckt von dem was sich da auf dem Bildschirm abspielte. 9TN legte mächtig auf 20m in SSB los und Ben hielt tapfer Schritt auf 15m in CW. Wegen der Motivation waren Zielvorgaben gaaaaaanz groß auf dem Bildschirm dargestellt und tatsächlich wurden diese 221 QSOs für die erste Stunde denkbar knapp überboten. Immerhin. Nach wenigen QSOs hatte sich der einzige wirkliche Fehler dieses Wochenendvergnügens herausgestellt. Die Nummerierung machte nicht wie sie sollte. Eine der Versionen für Multi2 in diesem Contest  ist, daß man pro Band nummeriert. Das war auch unsere Theorie. Die Praxis allerdings war, daß sich die Zweitstation an der Nummer der Erststation orientierte. Dramatisch wurde das ein paar Stunden später, als auch ich die Taste schwingen durfte und auf 40m die 001 abgesetzt hatte. 4YJ, der da gerade auf 15m rumtobte, wurde flugs die Nummer 2 vorgeschlagen. Das war zu viel für die Stammtruppe. Ich wurde vergattert ein Weilchen meine QSOs gefälligst auf Papier zu notieren und währenddessen suchten drei EDV-Leute (Jeder vermutlich in entgegengesetzter Richtung) nach einer Lösung. Ehrlich so ganz hat mich das Resultat nicht überzeugt. Kaum hatte ich eine Nummer gesendet wurde mir die vom anderen Op und seinem Composter weggeschnappt. Fürderhin hatte ich genügend Gelegenheit meine Editierfähigkeiten unter Beweis zu stellen.Und das ging so. Sofort nach Calleingabe irgendwas ins Empfangsnummernfeld getippt und RETURN. Damit war die Sendenummer reserviert und die Falscheingabe konnte während der Partner seine Nummer sendete repariert werden.

 

Pizza statt Trockenbrot – Wein statt Wasser

 

Irgendwann wurde die Parole ausgegeben, daß jetzt gefälligst die ersten beiden Recken in Sachen Pub-Relations zur Pizzeria zu eilen hatten. Als ich mit Christoph wieder kam, räumte gerade  4RDJ gewaltig auf 80m ab. Und dann kam unser „Russe“ zum Einsatz. Wie jeder echte Anfänger behandelte er sein Mikrophon eher wie ein Megaphon. Mein Weib behauptet ja auch immer ich würde umso lauter plärren, je weiter eine Station entfernt sei. Aber das was da an Rate für ein „Greenhorn mit Sprachkenntnissen“ zusammenkam war beachtlich. Ben saß artig dabei und glättete in der Art eines versierten Lehrers die Unebenheiten. Ich hatte anderntags das Vergnügen mit Hilfe eines aus dem Nichts aufgetauchten Zweitköpfhörers assistieren zu dürfen.

Denis hatte sich mit dem offiziellen russischen Buchstabieralphabet vertraut gemacht. Anscheinend verwendet man aber in der russischen Taiga durchaus auch andere Wörter. Da nun seine Muttersprache nicht Russisch sondern Weißrussisch ist, was wohl so wie deutsch und fränkisch sein wird, eckte es  unvermutet. Ich stelle mir das so vor, daß wenn ein Nordgermane mit Nürnberg funkt und nun BERTA für den Buchstaben B oder Willem für den Buchstaben W erwartet mit „Brötla“ oder „Weckla“ auch eher überfordert sein würde.

Wie dem auch sei. Das spielte sich so phatastisch ein, daß genau der erwartete Effekt eintrat und wir wohl alle jene des Englischen überdrüssigen Russen ins Log bekamen, die auf unser Germanoenglisch erst gar nicht angesprungen wären.

 

Russland ist groß, aber nicht Alles

 

Nur der Vollständigkeit halber sei erwähnt, daß man den Rest der Welt in diesem Contest auch arbeiten darf. Das gibt aber, abgesehen von den Multies, nur sparsame Punktegutschriften.

Da sonst nix kaputt ging, der vereinbarte Drei-Stunden-Rythmus ordentlich Ruhezeiten bescherte und sonntags die Sonne kräftig schien, wurde es insgesamt eine stimmungsvolle Veranstaltung.

Was meiner XYZ gewaltig imponiert hätte, war die Schlußprozedur. Nein, ich meine nicht die Fotoorgie, bei der Jeder die Selbstauslöserfähigkeiten seiner Digitalkamera vorführen durfte und wo viele, viele Fotos geschossen wurden, die die 12. Kalenderwoche nicht überleben werden. Nein, ich meine, daß es da wie in einem ordentlichen deutschen Haushalt eine Checkliste für „vor dem Verlassen des Geländes“ gibt. Heizung löschen, Stecker ziehen, Fenster schließen, Fußboden fegen.

Doch; passt gut in die militärische Umgebung.

Wenn ich künftig artig bin und nicht am Ende dieser Zeilen irgendwo negativ auffalle, dann darf ich vielleicht wieder kommen. Ich weiß doch immernoch nicht, wie das klingt ,wenn auf 160m ein W7 meinen Anruf beantwortet. Dabei habe ich dieses Mal meinen russichen Sprachschatz um 100% aufgestockt.

Spassiwa!

 




Impressum   Seitenanfang
Webmaster: Werner Maier, DL4NER 
Content Management System: fCMS v4.11 by fidion