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Nicht nur auf die Länge kommt es an - CQWW CW 160m DJ5IW M/S 02.03.2006
Sendeantenne 125m hoch (dl1mgb) Eigentlich war ein Kontestwochenende in Siegenburg geplant (im Nachhinein wäre es wohl auch die bessere Alternative gewesen, was den Contest an sich angeht...), aber ein paar Tage zuvor hatte mich Gerd, DJ5IW, angerufen und nach meiner PR-Station verlangt. Im weiteren Gespräch stellte sich heraus, dass er noch auf der Suche nach Operatöre sei, um ein historisches Ereignis zu begehen. Ich sagte sofort zu, da es sich dabei um die wahrscheinlich letzte (HF-)Ölung der Antennenanlage des Mittelwellensenders von Voice of America in Ismaning handelte.

Kurzer Ausflug in die Geschichte: Nach dem Zweiten Weltkrieg ließen sich die Amerikaner am Rande des Erdinger Mooses rundfunktechnisch nieder, übernahmen die vorhandenen Kurzwellensender und erweiterten diese Anlage, die bis 1994 für "Voice of America" ihren Dienst tat. Parallel dazu wurde 1949 ein Mittelwellensender für 1196 kHz (ab 1978 1197 kHz) errichtet. Die Antenne, bestehend aus 4 Türmen mit je 123m Höhe, konnte für die Richtungen 60°, 115°, 240° oder rundstrahlend geschaltet werden. Im März 2005 wurde die Ausstrahlung von "Voice of America" auf 1197 kHz eingestellt und die Sendeanlage demontiert. Die Antennen blieben vorerst stehen.

 

Hallo aufwachen, wir befinden unser wieder in der Gegenwart...

 

Roger, DL5RBW, erhielt die Möglichkeit als Mitarbeiter von IBB (International Broadcast Bureau; Betreiber von VoA) einen der 4 Türme für Amateurfunkzwecke zu "missbrauchen". Erste Tests liefen erfolgversprechend. Gerd organisierte nun Mensch und Material für den CQWW 160m CW. Weitere Operatöre waren Dietmar, DL3DXX, und Tom, DL5LYM.

 

Dietmar und Gerd begannen am Freitag morgen mit dem Aufbau der Zweidraht-Beverage-Antennen (Richtung NW/SO und NO/SW). Aufgrund des sehr guten Erdnetzes und der übrigen Masten mit Abspannungen wurden die Erwartungen an die Empfangsantennen weit unten angesetzt, aber immer noch besser als nur mit der Vertikal hören. Die Montage der Holzpfosten gestaltete sich ein wenig aufwendig, da der Boden die ersten 5-10cm komplett durchgefroren war. Vor dem Einschlagen der Pfosten musste mit einem Schlagbohrer vorgebohrt werden.

 

Nach einem durchfrorenen Tag ging es dann an den Aufbau der Station. Alles war betriebsbereit. Die ausgeliehene Alpha 87A wurde angeschaltet, aber diese zeigte uns nach der Aufwärmzeit nur ihren blanken Hintern in Form einer roten Fault-LED. Angesichts einer nichts sagenden Fehlermeldung wurde eine Fehlersuche auf den nächsten Tag verschoben und die Ersatz-PA von Tom angeschlossen. Allerdings ließ die damit verbundene Leistungshalbierung nichts Gutes ahnen. Außerdem zwackte das in den Sendepfad eingeschleifte Filter ca. 100 Watt ab.

 

Aber verbunden mit viel Motivation begannen wir den Contest. Der Anfang lief gar nicht so schlecht, allerdings wurde uns schnell klar, dass die Antenne nicht zum Siegen gebaut ist (jedenfalls nicht für 160m). Während andere Stationen fleissig Amis schruppten, hatten wir damit unsere liebe Müh. Die 123m hohe Vertikal hat zwar einen Gewinn von ca. 6 dBi, aber leider bei einem Elevationswinkel von 45°. Der benötigte flache Abstrahlwinkel von ca. 20° für DX glänzte mit einer Nullstelle von -8 dBi. Nach der ersten Nacht standen 440 QSOs im Log.

 

Unter Tags wurde versucht die widerspenstige Alpha wieder zu überreden mehr als einen Fehler anzuzeigen. Allerdings hatte die PA ihren Sturkopf (oder Sturprozessor).

 

Am Nachmittag wurde der übliche europäische Pulk bedient. Doch auch hier zeigte sich deutlich die Abstrahlcharakteristik der Antenne. Bei einigen Europäern war es sehr schwer dranzukommen. Außerdem war es schwer eine Running-Frequenz zu halten. Ob es nun am Beverage-Hören der Gegenstationen oder an unserem schwachen Signal lag mag dahingestellt sein. Die zweite Nacht lief nicht mehr ganz so flüssig. Die Raten fielen am Sonntag Morgen unter 10 QSOs/h.

 

Bis zum Ende konnte dann doch noch die 1000-QSO-Marke knapp überschritten werden. Im Vergleich mit anderen DL-Stationen haben wir zwar ausreichend DXCCs gearbeitet, aber die fehlenden Amis kann man nicht so schnell durch andere QSOs ersetzen.

 

Gefunkt wurde in den Hauptbetriebszeiten immer mit zwei Leuten. Einer durfte hören und senden, der zweite Operator durfte nur hören, QSOs und Multis suchen bzw. verifizieren.

 

Als Software kam Win-Test zum Einsatz. Der ansonsten reibungslose Betrieb wurde ein bisschen gestört durch Aussetzer bzw. Fehlausgaben über die LPT-Schnittstelle, vor allem, wenn man z.B. mit DXAtlas größere "Kontinentalverschiebungen" vornahm. Das Notebook nagte mit der Ausstattung aber nicht gerade am Hungertuch. Möglicherweise liefen Programme im Hintergrund, die die Leistung des Rechners herabsetzten (Virenscanner und Firewall waren aber deaktiviert).

 

Auf den Beverages konnte man im Schnitt besser hören als auf der Sendeantenne, allerdings boten die beiden Antennen in manchen Fällen ein komplett verschiedenes Publikum. Die Beverage nach Nordwest wurde leider dadurch versaut, da genau in der Richtung die Sendeantenne vom Bayrischen Rundfunk (801 kHz) stand.

 

Während der Freischichten verbrachten wir die meiste Zeit unter dem benachbartem Turm in dessen "Anpasshäuschen", wo wir unser Schlaf- und Essgemach einrichteten. Zum Verrichten größerer Geschäfte durften wir die sanitären Anlagen von IBB nutzen. Dort konnten wir uns auch zwischendurch aufwärmen. Das Shack und der Sozialbereich im Feld waren gar nicht isoliert (früher im regulären Betrieb wurde es durch die hohen Sendeleistung dort ziemlich warm).

 

Alles in allem ein erlebnisreiches Wochenende trotz des schlecht verlaufenen Contests. Eine Erfahrung, die ich gerne gemacht habe. Der Wermutstropfen am ganzen Wochenende war das Wissen, dass die 4 Türme in nächster Zeit abgerissen werden.

 

Wir möchten uns hiermit beim IBB bedanken, das uns erlaubt hatte von diesem außergewöhnlichen Standort 160m-Betrieb zu machen und bei Roger, DL5RBW, der uns diese Möglichkeit vermittelte und uns während des Contestes logistisch und motivierend unterstützte.


Artikel mit Diashow!  DJ5IW 2006
 

 

Link zum Sender Ismaning:

http://members.aon.at/wabweb/radio/ismaning.htm

 

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Contest         : CQ World Wide 160-meter Contest

Callsign        : DJ5IW

Mode            : CW

Category        : Multi Operator - Single Transmitter (MS)

Band(s)         : Single band (SB) 160 m

Class           : High Power (HP)

Zone/State/...  : DL

Operating time  : 31h33

 

 BAND   QSO DUP DXC MLTS  POINTS   AVG

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  160  1002  37  73   28    4844  4.83

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TOTAL  1002  37  73   28    4844  4.83

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         TOTAL SCORE : 489 244

 

Operators       : DJ5IW DL1MGB DL3DXX DL5LYM

 

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