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Zum WAE CW 2005 in Dubai - A61AJ 28.02.2009
QSL (dl6rai/dl1mgb) Die Vereinigten Arabischen Emirate sind eine Konföderation aus sieben Scheichtümern (Emiraten), die im Jahre 1971 gegründet wurde. Das Land hat ca. 2,5 Mio Einwohner, von denen aber nur 20% Einheimische sind. Es sind sehr viele Ausländer im Land, die in den unterschiedlichsten Bereichen arbeiten. 30% des Bruttosozialprodukts stammen aus reichhaltigen Öl- und Gasvorkommen, die erst in den 80er Jahren entdeckt wurden. Bis dahin waren die Emirate ein armes und karges Land, das von nomadisierenden Stämmen beherrscht wurde. Heute sind die Vereinigten Arabischen Emirate ein modernes Land mit einem durchschnittlichen Pro-Kopf-Einkommen, das vergleichbar mit Westeuropa ist. Die Erdölvorräte reichen bei den jetzigen Förderraten noch weitere 100 Jahre, aber man hat erkannt, dass man in andere Bereiche, z.B. Tourismus investieren muss, um den Reichtum auch für künftige Generationen zu erhalten.

Im Mai 2005 erhielten wir eine Einladung zum WAE CW über Mario, DJ2MX. Mario hat besondere Beziehungen zu A61AJ, da er seit Oktober 2003 als QSL-Manager für diese Station tätig ist und schon Tausende von QSL-Karten in alle Welt verschickt hat. Sofort sagten zu: Tom, DL4MCF, Chris, DL1MGB und Anja, DO2WW, Ben, DL6RAI und Luise, DO2MLU. Ziel: Gewinnen des WAE CW von außerhalb Europa und eine Woche Urlaub in angenehmer Wärme. Über Ghis Penny, ON5NT, der beim World Food Program der Vereinten Nationen in den Vereinigten Arabischen Emiraten arbeitet, erhielten wir weitere Informationen über die Station. Ghis ist quasi der Stations-Manager und er entscheidet, nach Rücksprache mit Ali, ob jemand an die Station darf oder nicht. Ali ist persönlich kaum zu erreichen, lediglich ein paar kurze Telefonate zwischen Mario und ihm liefen im Vorfeld. Aus verschiedenen Quellen wussten wir: Alis Familie Al Futtaim gehört zu den reichsten Familien in Dubai. Ihr gehören Reisebüros, Juwelierläden, Hotels, Einkaufszentren, und sie haben die Generalvertretung von Chrysler, Lexus und Toyota. Viele Mietautos, die in Dubai herum fahren, tragen die Aufschrift "Al Futtaim Motors". Was sollten wir also als Gastgeschenk mitbringen? Wir entschieden uns für etwas aus dem Souvenirladen: "In Bayern gehen die Uhren anders".

 

In den Wochen vor der Abreise herrschte wie üblich hektische Betriebsamkeit. Wir haben über Ghis erfahren, dass der 80-m-Beam ein schlechtes VSWR hat und möglicherweise nicht repariert werden kann. Die Station ist seit einigen Monaten nicht benutzt worden, und man weiß nicht genau, ob noch alles funktioniert. Da wir keine Vorstellung von der Station hatten, entschlossen wir uns, einen 80-m-Dipol zu bauen, den wir dann flexibel irgendwo aufhängen konnten. Zusätzlich packten wir eine Beverage-Antenne mit ein, sowie Kletterausrüstung, ein paar Werkzeuge, Lötkolben und zwei Laptops.

 

Mario konnte leider kurzfristig nicht mit auf die Trip kommen. So machten sich am Abend des 9. August fünf Bayern auf den Weg zum Flughafen München. Unser Flug EK-052 hat uns in fünf Stunden über Nacht nach Dubai gebracht, der Zeitunterschied beträgt +3 Stunden zur Mitteleuropäischen Sommerzeit. Ankunftszeit war 06:45 Uhr morgens am 10. August 2005. Vorab haben wir über Hertz zwei PKW gemietet, um flexibel zu sein und auch mal da und dort hinfahren zu können. 8 Tage für 123 Euro pro Fahrzeug, dabei himmlische Spritpreise (Tankfüllung EUR 8,31), da macht Auto fahren noch Spaß.

 

Nach der Abfertigung an der Gepäckausgabe holten wir die Fahrzeugschlüssel ab. Als wir das Flughafengebäude erließen, traf uns der Schlag! Temperaturen um die 40°C und dabei eine Luftfeuchtigkeit (Nebel!), die einem auf der Stelle den Atem stocken ließ. Schnell wurde alles verladen, und wir machten uns mit den Fahrzeugen auf den Weg Richtung Al-Khawaneej, etwa 10 km in südlicher Richtung. Von diesen ersten Tagen stammt der Spruch: "Schnell, mach doch die Tür zu, es geht so heiß rein!".

 

So leicht ist es mit dem fremdländischen Verkehr nun doch nicht! Die Beschilderung ist zwar vorbildlich (alle Schilder sind in beruhigendem grün und sowohl arabisch als auch englisch beschriftet), aber der Verkehr ist sehr dynamisch, und schnell verpasst man die richtige Abfahrt. In der Hitze fiel uns das Denken sichtlich schwer. Schließlich fuhren wir noch mal zurück zum Flughafen, kauften uns dort etwas zu trinken und überlegten in Ruhe, wie wir zu fahren hatten. Das war gut, denn im zweiten Anlauf klappte es dann besser, und so kamen wir schließlich gegen 9 Uhr Lokalzeit auf der "Farm" an.

 

Wir fanden schließlich den richtigen Knopf, um das Tor zu öffnen, und wir verspürten sofort die ungeheure  Weitläufigkeit des Geländes. Das Grundstück misst etwa 500 x 500 Meter. Überall wird auf dem kargen Boden Gras angepflanzt, bewässert und, so erfuhren wir später, sind auf dem Gelände nicht nur Funkmasten untergebracht, sondern auch ein Pferdestall, ein Kino, ein Fußballplatz sowie ein Swimmingpool. Wir wurden von den indischen Angestellten sehr freundlich empfangen und in unsere Unterkunft geführt. Natürlich ist dort alles klimatisiert. Bei den eingestellten 18°C kamen wir gleich wieder ins frieren.

 

Die Antennenfarm mit fünf Rohn-Stahlgittermasten war für uns natürlich sehr beeindruckend:

 

160m 4 x 1/4 wave verticals

80m 3 el. YAGI @ 150ft (45m)

40m 3/3 el. YAGI @ 50/100ft 15m/30m - oberste drehbar

20m 6/6/6 el. YAGI @ 15/30/45m - oberste drehbar

15m 6/6/6 el. YAGI @ 10/20/30m - oberste drehbar

10m 6/6/6 el. YAGI @ 20/25/30m - oberste drehbar

 

Die Hauptrichtung von A6 aus ist Nordwesten, denn da liegen sowohl Europa als auch Nordamerika. Deshalb liegt es nahe, die meisten Antennen fest dorthin auszurichten. Japan liegt in Richtung Nord-Ost, ist aber aus strategischer Sicht uninteressant. Die Station A61AJ wurde von einer internationalen Gruppe von Contestern, hauptsächlich Amerikanern, quasi auf der grünen Wiese und ohne Kompromisse hochgezogen. Es wurde ein Antennenkonzept für eine Conteststation der Superlative ausgearbeitet, die entsprechenden Beschaffungen durchgeführt und dann im Vorfeld der WWDX-Contest 1998 und 1999 umgesetzt. Momentan hält A61AJ die Asienrekorde im CQWW DX SSB und CW in der Multi-Multi-Klasse. Die Motivation von Ali besteht darin, eine konkurrenzfähige Station zu haben, um damit an der sportlichen Weltspitze mitmischen zu können. Er selbst hat zwar wohl auch Interesse am Amateurfunk, greift aber nur selten zum Mikrofon.

 

Später betraten wir zum ersten Mal das "Shack", man muss sagen das "Operating House". Auch hier wurden keine Kompromisse gemacht. Sechs sehr geräumig ausgelegte Stationstische bieten Platz für das Beste, was der Amateurfunkmarkt zu bieten hat: FT-1000MP von YAESU, IC-781 von ICOM und sechs automatisch abstimmende PAs Alpha 87A. Die Station ist für den Multi-Multi-Betrieb optimiert, d.h. jeder Stationstisch hat sein eigenes Band. Nach soviel Neuem ruhten wir uns erstmal ein paar Stunden aus, nutzten den zum Glück gefüllten, angenehm kühlen und überdachten! Swimmingpool. Abends erhielten wir Besuch von Ghis, ON5NT, seiner Frau und Michel, PA5M. Ghis gab uns einige interessante Hinweise sowohl zur Station als auch zu touristischen Sehenswürdigkeiten. Ali wurde erwartet, aber er kam nicht.

 

Der nächste Tag war schon der Donnerstag, zwei Tage vor dem Contest. Die Station hatten wir soweit schon mal in Betrieb genommen, und bis auf die 80-m-Yagi funktionierte alles bestens. Was fehlte war die Beverage-Antenne und entweder eine Ersatzlösung für 80m oder eine Möglichkeit, die Yagi in 45 m Höhe zu reparieren. In der Zwischenzeit hatten wir erkannt, dass eines der Linear-Loading-Elemente am Strahler abgerissen war.

 

Hatten wir zunächst geplant, alle Antennen an einer oder zwei Stationen zusammenzuziehen, erwies sich das wegen des fertigen Multi-Multi-Stationslayout als undurchführbar. Hinzu kamen noch Softwareprobleme. Gerne wollten wir das mitgebrachte Programm Win-Test Version 2.19.2-beta einsetzen, aber es hat offensichtlich noch nie jemand vor uns mit Win-Test von außerhalb EU am WAE teilgenommen. So zeigten sich im Netzwerk-Test einige Schwächen beim QTC-Verkehr, so dass die Software in dieser Form für uns unbrauchbar war. Wir schrieben einen Fehlerbericht an den Programmautor Olivier, F5MZN, doch der war auf unbestimmte Zeit im Urlaub (es war ja schließlich August). Die bei A61AJ installierte Software WriteLog war auf einem alten Stand und zeigte ebenfalls Probleme. Das auf DOS-Rechnern mitgebrachte CT hätte wohl funktioniert, aber dann hätten wir alle Rechner auf MS-DOS umrüsten müssen. Es waren alles keine rosigen Aussichten, doch als wir noch über Alternativen nachdachten, meldete sich F5MZN aus dem Urlaub zurück und versprach die Probleme zu lösen.

 

Wir beauftragten den Aufbau der Beverage-Antenne wie von Ghis vorgeschlagen mit dem Stichwort "Long Wire", und sofort bemühten sich vier der indischen Angestellten, unserem Wunsch nachzukommen. Die Methode ist sehr rasenschonend: es werden schwere Betonteile in Richtung Nordwesten aufgebaut. In diese hinein kommen Holzstangen, ein Draht wird gezogen und fertig ist die Antenne. Blieb noch 80m. Für den mitgebrachten 80-m-Dipol gab es Aufhängepunkte zuhauf, aber es gab keine Masten, die günstig für einen Dipol in Richtung Europa (Beamrichtung ca. 330°) waren. Ein Sloping Dipol wäre auch eine Möglichkeit gewesen, aber dann wäre die Einspeisung zu weit weg, denn Kabel hatten wir nicht mitgebracht und so groß waren die Vorräte nicht. Chris, DL1MGB, machte den Vorschlag, ob wir nicht eine der vier 40-m hohen Vertikalantennen aus dem 160-m-Vertical Array für 80 Meter umstimmen könnten. Gesagt, getan, so marschierten wir mit einem NYE-VIKING 3 kW Antenna Tuner (edles Teil!) direkt unter die Antenne, und konnten mühelos ein gutes VSWR einstellen. Nun galt es noch das gute Stück (den Tuner, nicht die Antenne) vor Sand zu schützen und schließlich auch noch vor der hohen Sonneneinstrahlung. Um die Mittagszeit waren wir mit der Lösung fertig und hatten damit wenigstens irgendeine 80-m-Antenne.

 

Am Abend hatte uns Ali die Ehre geben. Bei Einbruch der Dämmerung waren zwei große Lexus Limousinen mit getönten Scheiben zu sehen, die langsam die Einfahrtstrasse entlangrollten. Ihnen entstiegen Ali, A61AJ und sein Bruder Abubakr in traditioneller arabischer Kleidung. Etwa eine Stunde lang unterhielten wir uns über dies uns das, klärten auch die Frage nach der Reparatur des 80-m-Beams ("if you are able to do it, do it"). Ali verabschiedete sich mit den Worten "It’s all yours - feel like home" und wünschte und viel Erfolg am Wochenende.

 

Die Stimmung war mittlerweile entspannt, aber unsere beiden mitreisenden Damen wollten nun auch mal etwas sehen. Dubai ist ja schließlich bekannt als Einkaufsparadies. Ghis hatte uns empfohlen, nach Dubai mit dem Auto hineinzufahren, uns aber auf der linken Uferseite des Dubai Creek zu halten, denn dort, in Bur Dubai, gäbe es genügend Parkplätze. Anschließend sollten wir mit einer Dschunke übersetzen, was erstens sehr romantisch sei und außerdem sehr gemütlich. Gesagt - getan, und so fanden wir uns am Donnerstagabend im wüsten Einkaufsgetümmel auf den breiten Straßen und winzigen Nebensträßchen des Stadtteils Deira wieder. Es gab wirklich viel zu sehen, und Donnerstag ist ja dort so etwas wie Freitag, denn Freitag und Samstag sind arbeitsfrei, Sonntag ist dagegen ein ganz normaler Arbeitstag in der arabischen Welt. Tatsächlich ist Dubai immer schon ein wichtiger Umschlagplatz für Waren aus Fernost gewesen und so ist es nicht verwunderlich, dass auch hier die chinesischen Billigprodukte gut vertreten sind. Aber es gibt auch viele andere Dinge aus der arabischen Welt, z.B. Nüsse, Pistazien, Datteln, Tees usw. Die Hitze in den Gassen von Deira war auch in den Nachtstunden unbeschreiblich und wir retteten uns immer von einem voll klimatisiertem Geschäft ins nächste. Unsere beiden Damen hatten es sich in den Kopf gesetzt, ein traditionelles Kleidungsstück zu ergattern. Chris, DL1MGB, hatte den Auftrag nach einer Wasserpfeife Ausschau zu halten. Gegen Mitternacht machten wir uns auf, nach etwas Essbarem Ausschau zu halten und fanden ein recht ordentliches pakistanisches Restaurant, welches aber ausschließlich von Männern besetzt war. Der Kellner geleitete uns über die Straße in das Family Restaurant, wo wir ganz unter uns und in sehr gekühlter Atmosphäre unser Abendessen einnahmen.

 

Freitagmorgen, 6:30 Uhr: Aufstieg auf den 45 m hohen Mast. Obwohl es noch angenehm kühl war und die Morgenluft aus dem Osten zusätzlich kühlte, war es bei den Temperaturen dennoch anstrengend, die 150 Sprossen zu erklimmen. In üblicher Manier hatte Ben Handfunkgerät, ein langes Seil und eine Umlenkrolle dabei, um bei Bedarf Werkzeug und Material von unten zu ordern. Der Plan war, das Strahlerelement zu lösen, so dass es um 90° um den Boom herum gedreht werden konnte. Das defekte Element sollte dabei nach unten kommen, so dass man es in unmittelbarer Greifnähe hatte. Das ging erstaunlich gut, dennoch mussten noch diverse Kleinteile (Balun, Schrauben) sorgsam entfernt werden (wenn diese aus 45 Meter hinunter fallen findet sie niemand mehr). Schließlich konnte Ben sich dem eigentlichen Problem widmen. Es handelte sich um einen glatten Drahtbruch. Zu flicken war hier nichts, der Draht musste ersetzt werden. Zu Hilfe kam uns, dass wir einen Vorgänger des 3 Element Beams in desolatem Zustand in der Nähe des grundstückseigenen Schrottplatzes gefunden hatten. Genau hier vermuteten wir den gleichen Draht und hatten recht: Nach kurzer Zeit, konnte ein vollständiges Ersatzteil wieder nach oben gebracht und montiert werden. Nach der Drehung rückwärts (wobei auf die saubere Ausrichtung der enorm langen Elemente geachtet werden musste) und dem erfolgreichen High-Power Abschlusstest konnte die Aktion mit Erfolg abgeschlossen werden.

 

Die neueste Win-Test-Software war mittlerweile eingetroffen, nur unser DSL-Internetzugang lahmte schon seit Tagen erheblich. Bei einer Transferrate von 100 Bytes/Sekunde und weniger würde es Stunden, vielleicht sogar Tage dauern, bis die Software da wäre. Zum Glück hatte Anja einen alternativen Weg ins Internet gefunden (Call-by-Call aus Alis Büro) und da ging es dann zack-zack.

 

Nun waren alle Probleme gelöst und der Contest konnte beginnen. Pünktlich um 0 Uhr UTC (4 Uhr Ortszeit) wurden die ersten QSOs auf 40 und 80 m geloggt. Die erste Schicht gehörte DL4MCF und DL6RAI, danach wurde im 4-Stunden Rhythmus jeweils ein OP durch einen frischen ersetzt. Funksport wurde hier wörtlich genommen, denn der Op an der Multi-Station musste für einen Bandwechsel im ungünstigsten Fall quer durch das Zimmer wetzen. Der 80-m-Beam war eine Schau, ebenso 40m. Erste QSOs auf 20m gelangen gleich in der ersten Stunde. Bereits um 4 Uhr UTC wurden die ersten UA und UR Stationen auf 15 m ins Log gebracht, und zwischen 6 und 8 UTC (10-14 Uhr Lokalzeit) war das 10-m-Band zeitweise geöffnet. Im Laufe des Tages stellte sich ein Problem mit der PA an der 20-m-Station heraus. Sie schaltete gelegentlich komplett ab und musste dann neu gestartet werden. Da ja kein Mangel herrschte, wurde die PA durch eine andere ersetzt und weiter gings. Sonntagnachmittag erhielten wir Besuch von Mohamad, A61M und Michel, OD5TX. Die Hauptbetriebsbänder waren 20 und 15 Meter, nachts 40 Meter. Am zweiten Tag öffnete sich das 10-Meter-Band nur noch spärlich, dafür gab es zum Abschluss des Wettbewerbs einen schönen Run auf 80 Meter. Den asiatischen Rekord von JY8TE aus dem Jahre 2001 hatten wir mit 20% überboten. Das war sehr erfreulich, weil sich ja zurzeit die Sonnenflecken eine Mütze Schlaf gönnen. Das Ende des Wettbewerbes um 4 Uhr morgens feierten wir mit einem kurzen Bad im Swimmingpool.

 

Am Montag begaben wir uns auf eine kleine Stadtbesichtigungstour: Jabel Ali, Burj al Arab, Hard Rock Cafe (zum Mittagessen mit blutigem Steak und teurem Bier), danach die beeindruckenden Emirate Towers, das Dubai World Trade Centre und zu guter letzt die Skipiste (soll 2006 eröffnet werden).

 

Der Dienstag war reserviert für einen Ausflug in die Wüste und zur Indik-Küste. Die Temperaturen in der Wüste sind enorm. Man kann sich gut vorstellen, wie man hier in kürzester Zeit zugrunde geht, wenn man sich hier verirrt. Nackte Fußsohlen werden jedenfalls sofort mit Brandblasen versorgt. Um 12 Uhr Mittag fuhren wir durch eine kleine Oman-Enklave, und dank eines vorhandenen Kiosks konnte Ben hier Land Nr. 50 loggen. Er sammelt nämlich besuchte Länder, in denen außerhalb des Flughafens etwas zu essen ist. Nachmittags trennten sich die Teams. Chris und Tom wollen noch ein bisschen funken, Luise und Ben zog es an die Ostküste, wo sie sich in Fujairah an einem Strandbad die Füße verbrannten und schnell wieder weiter fuhren. Überall waren die Leute, größtenteils Inder, aber manchmal auch Einheimische, sehr freundlich. Das Leben ist dort sehr billig, für 1-2 Dollar konnte man zu zweit Mittagessen oder hervorragenden, frischgepressten Orangensaft kaufen.

 

Am Dienstagabend gab es noch ein kleines Abschlussessen mit Ghis, ON5NT und seiner Frau. Mittwochs wurde hektisch eingepackt, und es wurden noch letzte Einkäufe getätigt. Nach einer Woche hieß es leider wieder Abschied nehmen. Inzwischen hatte man sich an die hohen Temperaturen und Luftfeuchten gewöhnt, man ging alles ein bisserl gemächlicher an. Nach sechs Stunden Flug und keiner Zollkontrolle ("da hätte man doch ein paar Päckchen Wasserpfeifentabak mehr ...") hatte uns die Realität mit 30°C Temperaturunterschied wieder eingeholt.

 

Zum Schluss noch ein paar Worte über Übergepäck und Sicherheit im Flieger: Auf dem Rückweg hatte jeder von uns im Schnitt ein Übergepäck von etwa fünf Kilo. Nicht viel nach diversen Einkäufen, aber immerhin wurde es von der Fluggesellschaft Emirates geduldet. Im Handgepäck von Chris befanden sich drei komplette Wasserpfeifen, die mit entsprechenden Absichten hervorragend zur Entführung eines Flugzeuges geeignet gewesen wären. Auf dem Hinflug wurde Luise eine kleine stumpfe Nagelfeile abgenommen.


Artikel mit Diashow!  A61AJ 2005
 


Ein herzliches Dankeschön an:

 

A61AJ Für die Bereitstellung der Station, der Unterkunft und seinen Angestellten

DJ2MX Für die Idee und Organisation

DH1TW Für den Flughafentransfer

ON5NT Für wertvolle Tipps über Dubai, die Einweisung in die Station und die gelegentlichen Besuche

 

Hier das ungeprüfte Ergebnis:

 

BAND   QSO MULTIS QTC

80     360   43   130

40     592   50   802

20     939   52   956

15     758   48   785

10     223   37   170

TOTAL 2872  596  2843

SCORE 3.386.472

 

Inzwischen sind die Logs durch die Mühlen der WAEDC-Auswertung gerieselt. Und es wurde Platz Nr. 1 Multi Operator / Outside Europe mit einer Punktzahl von 3,261,090.

 

Stationsausrüstung

 

80m FT-1000 Alpha 87A Nye-Viking Antenna Tuner MB-V-A, 3 el Yagi in 45 m Höhe, Beverage Antenne Richtung EU

40m IC-781 Alpha 87A 3/3 Yagi

20m IC-781 Alpha 87A 6/6/6 Yagi

15m FT-1000MP Alpha 87A 6/6 Yagi

10m FT-1000MP Alpha 87A 7/7/7 Yagi

 

Software: Win-Test Version 2.19.3 beta




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