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DK3GI aus Manila qrv! 27.04.2004
QSL-Karte Roland (DK3GI) ist von Mitte Mai bis Anfang Dezember 2000 aus Manila qrv. Roland nimmt in dieser Zeit an folgenden Contesten teil: IARU HF Championship als DU1/DK3GI von DU9RG's Station, CQWWDX RTTY Single Op All als DX1S, CQWWDX SSB Multi/Single auch als DX1S zusammen mit Alex (RK3DT) und CQWWDX CW Single All Band DX1S. Neben der Teilnahme an den WAE CW und SSB gestaltet sich der CQWWDX SSB als besondere Herausforderung. In seinem Tagebuch findet ihr alle Details:

Manila 17. Juli 2000

 

Wir haben mittlwerweile eine Wohnung bezogen, im 31. Stock eines 41 stoeckigen Hauses.

 

Der Antennenbau macht gute Fortschritte. Mit der Hausverwaltung und dem electrical Engineer wurde vereinbart, das Koax und Rotorkabel nicht durch den Aufzugs-Kabelkanal zu ziehen, da sonst das Kabel zu lang werden wuerde (110m) und zuviele Verluste bringt. Amateurfunk arbeitet ja mit kleinsten Leistungen (zumindest beim Empfang) und dafuer hatten alle Verstaendnis. Stattdessen wurde vereinbart, das Kabel unmittelbar neben dem Feuerloeschroehr zu verlegen.

Also haben die Jungs angefangen, von oben her durch alle Decken ein Loch zu klopfen (vom 42. bis runter zum 31. Stock) und neben dem Wasserrohr fuer den Feuerloescher ein Plastikrohr einzubetonieren. Nachdem sie sich bis zum Geschoss 37 durchgearbeitet hatten kam eine Beschwerde eines Bewohners. Es sei schon 18:00 und jetze muesse Schluss sein mit dem Geklopfe. Fuer mich waren Klopfgeraeusche noch nie so suess.

 

Um 16:00 Uhr kam Roger und brachte das Drehrohr und einen TH3Junior. Der TH3 ist zwar mehr ein Spielzeugbeam, soll aber erst mal installiert werde, zum Drangewoehnen wie das aussieht. Bei Regen wachsen bekanntlich auch Alubaeume.... Es kam auch der Regen, naemlich gerade dann, als der Beam am Drehrohr eingehaengt war. Die Klettermaxen sind in Panik davongerannt und auch die Beteuerung, es ist nur Wasser, konnte sie nicht zurueckbringen. Da habe ich das Ding halt selber festgeschraubt.

 

Am Sonntag frueh um 08:30 hoerte ich wieder das suesse Gerausch, musste dann aber weg, um DU9RG zu besuchen. Am Spaetnachmittag waren sie fast fertig. Das letzte Rohr wurde gerade einbetoniert. Jetzt blieb nur noch ein Problem. Zwischen 40 und 41 geht das Rohr irgendwo durch die Wohnung. Leider ist diese schon bezogen. Jetzt muss erst wieder Kriegsrat gehalten werden. Wahrscheinlich gehen wir in diesem Stockwerk den Weg durch den Muellschlucker.

 

Ein weiteres Problem ist die Erdung. Auf der Aussenmauer des Gebaeudes ist rundherum ein Blitzableiter installiert. Aber leider ist er nirgendwo angeschlossen. Er ist einfach nur so da, also ein Sodablitzableiter. Der Grund: das Gebaeude ist nur designed fuer 39 Stockwerke. Dadurch, dass bei jedem Stockwerk in der Hoehe 1 Fuss gespart wurde, sind es dann bei gleicher Hoehe 41 Stockwerke geworden. Der Anschluss fuer die Erde ist wie urspruenglich geplant im 39. Stock geblieben.

 

Aber zumindest die Antenne ist schon mal auf dem Mast, 165m hoch, so hoch, dass man sie von unten fast nicht mehr sehen kann. Das ist schade, denn es waere bestimmt ein recht gutes Foto.

 

Manila 21.7.2000, 08:45

Robin ruft gerade an. “Moechtest Du die gute oder die schlechte Nachricht zuerst?”

“Gib mir zuerst die Schlechte.”

“Die schlechte Nachricht ist, Du musst morgen arbeiten.”

“Warum”

“Das ist die gute Nachricht. Der Durchbruch im 40. Stock ist fertig. Durch den Muellschlucker konnten wir nicht gehen, weil es so schwierig ist, ein Schutzrohr einzuziehen. Also wurde ein Deckendurchbruch durch die 50cm Betondecke gestemmt. Du kannst morgen Kabel ziehen.

 

 

Manila 24.07.2000

Am Samstag war wieder “full house” in der Bude. Zuerst kamen 3 Monteure, die einen Zusatzluefter an der Aircondition im Wohnzimmer eingebaut haben. Dann ging’s los mit Kabelziehen. Dazwischen kam noch einer, der irgenwo eine Verkabelung aendern wollte. Aha, das war das Netzkabel zum Durchlauferhitzer in Bad #2.

 

Als naechstes kam der Hausingenieur mit einem anderen Mieter, der seine 440MHz-Repeater Antenne gerne an meinen Funkmast bauen wuerde. Keine schlechte Idee. Ich waere damit einverstanden, wenn er seine Antenne (Vertikal) ganz oben am Mast anbauen wuerde und er fuer den Blitzschutz sorgen wuerde, denn mit seiner Antenne waere er dann der hoechste Punkt. OK, er spielt mit seiner UHF Vertikal den Blitzableiter und verbindet den Mast irgendwo mit Erde – irgendwann (?!). Die frei werdende Stuetze wird dann der Befestigungspunkt fuer meine Low Band Vertical.

 

Dazwischen wurden mein Wohnzimmermoebel hinausgetragen und durch neue ersetzt und mein Bett abgebaut und fortgeschafft, um es auf meine Koerpergroesse anzupassen. In der Zwischenzeit werde ich in einem Gaestebett schlafen muessen. Das macht nichts, denn die zwei Gaestebetten stehen im Radiozimmer.

 

Das Kabel durch die Stockwerke zu ziehen war recht einfach. Schwierig wurde das Ziehen durch die Zwischendecke innerhalb der Wohnung. Da war doch glatt ein Eisentraeger im Weg. Da sollte halt ein Loch reingebohrt werden. Stop, sage ich. Solange ich in dem Haus wohne, bohrt ihr bitte keine Eisentraeger an. Wie viele bereits angebohrt sind, weiss ich natuerlich nicht. Das wird sich erst beim Erdbeben herausstellen. Aber schliesslich war diese letzte Huerde auch genommen und die ersten Stecker konnten angeloetet werden. Gesamtkabellaenge vom Radio bis zum Mastfuss ca 70m, doch mehr als ich gedacht habe. Oben musste noch ein Durchbruch durch die Wand gemacht werden, damit das Kabel ins Freie kann. Dann habe ich den Beam auf die CW-Abmessungen justiert. Ging nicht ganz, weil einige Schrauben verrostet sind und die Schlauchbaender sich nicht mehr bewegen – nur das Rohr bewegt sich, das sie festhalten sollen.

 

Am Abend ist es soweit. Die Antenne dreht sich! Aber die Richtungsanzeige dreht sich nicht. Wieder rauf auf den Mast. Das Poti ist nicht an Pin 3-4-5, sondern an Pin 4-5-6 angeschlossen. Das ist schnell geaendert. Aber es geht immer noch nicht. Ich stelle den Beam Richtung EU, packe das Steuergeraet weg und warte auf die Bandoeffnung. Das erste QSO ist V5, dann kommt W7, spaeter kommt EU.

 

Die Analyse am naechsten Tag laesst nur noch eine Fehlermoeglichkeit zu: Das Poti im Rotor ist defekt. Das bedeuted, der Rotor muss wieder runter. Naja, vielleicht sollte ich bei der Gelegenheit doch meinen eigenen Rotor einsetzen.

 

Aber die Hauptsache ist, DU1/DK3GI ist qrv. Die kleinen Handicaps halten mich nicht davon ab, gluecklich zu sein.

 

Gestern Abend habe ich mich wohl zu fest ans Waschbecken gelehnt. Irgenwo hat was nachgegeben und dann habe ich vom Zaehneputzen nasse Fuesse bekommen. Ein Blick in das Schraenkchen brachte es Zutage: In den Ablaufstutzen in der Wand wurde ein Anschlussrohr gesteckt. Vom Waschbecken kommt das Abflussrohr mit gleichem Durchmesser und geht auf den Stutzen. Aber ganz genau geht das drauf. Super, was so alles geht. Jetzt weiss ich auch, warum im Badezimmer ein Abfluss ist. Wenn das Wasser hoch genug steht, kann es dort ablaufen. Aber diese Kleinigkeiten nimmt man gerne in Kauf, wenn man dafuer ein Hochhaus durchbohren darf, um sein Koaxkabel zu ziehen.

 

Manila 31.7.00

Am Samstag war wieder Antennentag. Ich habe den Rotor heruntergeholt und vorsichtig geoeffnet. Nichts verbrannt oder gebrochen, nur etwas Wasser drin und es bestaetigt sich, was ich gehofft habe: Jemand hatte den Rotor mal auseinander genommen, einige Kugeln des Lagers verloren und dann falsch wieder zusammengebaut. Wenn alle Fehler so einfach zu finden waeren.

 

Bei der Gelegenheit habe ich den TH3JR heruntergenommen, nachdem ich keinerlei Richtwirkung feststellen konnte und ein lokaler DU1 Europaeer gearbeitet hat, die ich nicht mal erahnen konnte. Stattdessen habe ich den Mast um 2m verlaengert und oben drauf eine wunderschoene Inverted Vee fuer 80 und 40m gehaengt (die auch auf 15m geht). Der Dipol ist jetzt ca. 12m ueber dem Dach und das Dach ist ca 165m hoch. Das Dach ist so gross, dass der 80m Dipol ohne Umbiegen angebunden werden kann, an einer Seite an dem alles ueberragenden Fensterputzkran, an der anderen Seite an der obersten Spitze des ominoesen (nirgends angeschlossenen) Blitzableiters.

 

Es war gestern schoenes Wetter, etwas windig aber Sonne und bayerischer Himmel. Meine Antenne kann unter sich die Staedte Makati, Mandaluyong, Pasig, Pasay, Quezon, Manila, Marikina, San Juan, Pateros, Paranaque, den Pasig River (mit Schiffs- und Faehrverkehr), den Flughafen mit der gesamten Ein- und Ausflugschneisse … und in Richtung EU die Manila Bay und in Richtung VK und Long Path EU die Laguna Bay sehen.

 

Als Folge konnte ich in der Nacht von Sa auf So nicht schlafen, denn ich musste natuerlich funken. Im IOTA Contest kamen etwas ueber 200 QSOs auf 40m und insgesamt 10 QSOs auf 80m zusammen. 15m geht mit dem Dipol besser als mit dem Beam.

 

Heute bin ich um 04:00 lokal aufgestanden. Zuerst war ich auf 40m, dann auf 80m. Das Pileup in EU muss gewaltig gewesen sein, aber hier sind die Signale nur schwer zu lesen. Der Stoerpegel von der Grosstadt Metro Manila liegt bei S3 bis S6. Mit der Antenne auf 175m Hoehe hoert man nicht nur das Gras wachsen, sondern auch jedes Auto husten.

 

Uebrigens, das verlaengerte Bett ist am Samstag auch gekommen. Allerdings fehlt noch die Matraze. Die ist schon etwas schwieriger zu besorgen als einen Schreiner.

 

Manila, 2. Aug 2000

Heute war ich wieder um 04:00 aus dem Bett. Am Abend vorher war noch Gewitter und ich dachte, das wird dann wohl nix, aber in der Frueh war sternenklarer Himmel und wenig QRN. 40m ging wieder super und auch 80m war besser als am Vortag, einfach gigantisch: DJ4PI solide S9, DL0WW solide S9 und DJ7AA tatsaechlich 15dB ueber S9. So macht das echt Spass. Mittlerweile habe ich ueber 120 QSOs auf 80 – fast alles Europa. Nur schade, dass die Bandoeffnung so kurz ist. Nach 45 bis 55 Minuten ist der Zauber vorbei.

 

Gestern war ein Erdbeben der Staerke 5,7 mit Zentrum 140km nordwestlich von Manila. Zuerst hat der Tisch gewackelt, (das ist aber ganz normal, weil Philipinien das Land der wackelnden Tische ist, kein Fussboden ist auch nur halbwegs eben), dann haben die Schraenke zu quietschen angefangen und der Kaffe ist in der Kanne rum- und aus der Tasse rausgeschwappt. Es war ein Gefuehl, wie wenn ein Fahrstuhl losfaehrt um gleich wieder umzukehren. Hinterher war mir schlecht, entweder vom schwindelig werden oder von der Angst.

 

Am Sonntag habe ich mir “homedelivery” von Fried Noodles bestellt, von einem Laden in der MegaMall nebenan. Nach 90 Minuten wollte ich gerade wieder dort anrufen, als der Security Mann sich an der Sprechanlage meldete und sagte, da waere eine Delivery fuer mich. “Klasse,” sage ich, “das sind meine Nudeln. Schick ihn rauf zur Einheit 3101”. “Ok 1301”. “Nein 3101 – drei-eins-null-eins” – “Ok, no Problem !!”

 

Nach 20 Minuten rufe ich die Security an, ob sie eine Ahnung haetten, wo der Junge mit der Delivery geblieben ist. “Sorry Sir, my collegue just gone away but I will investigate.”

Nach weiteren 20 Minuten rufe ich wieder an, ob sie ihn schon gefunden haetten. “No Sir, but we are investigating." Naja, vielleicht weiss er nicht, dass das Haus einen Aufzug hat und er ist zu Fuss in den 31. Stock unterwegs, hat dazwischen ein paar Freunde getroffen, einen wichtigen Anruf bekommen oder was sonst noch so alles passieren kann.

 

Nach weiteren 10 Minuten gehe ich selbst runter und spreche mit der Security. Der Lieferant ist vermisst, alle suchen nach ihm (!?). Ich sage, wenn er tatsaechlich noch kommt, soll er die Nudeln aufessen, bevor sie kalt werden. (In Philippinien ist das Essen immer kalt – scheinbar wegen der Safteyrequirements). Fuer einen bereits verhungerten kommen sie zu spaet und ich gehe mir jetzt was zu essen kaufen.

 

Nach einer halben Stunde bin ich zurueck – nein nicht mit Fried Noodles, sondern mit Grillhaehnchen. “Ist der Junge mit den Nudeln aufgetaucht?” “No Sir, it was not boy it was girl”. “What girl?” “The girl with the delivery, Sir” “ Did you send her home again?” “No Sir, she was waiting for you upstairs at 3101”  “Where is she now” “She not com, Sir. She is waiting for you” “Why is she waiting, the Noodles are cold now.” “ Not because Noodles, Sir. Because reflection.” “Reflection? What is reflection” “Massage, Sir” Will der mich auf den Arm nehmen? “I did not order massage, I ordered fried Noodles …”

Interessant, wo sonst werden aus fried noodles nach 2 ½ Stunden Massage. Als ich zur Wohnung kam war niemand da, keine Reflection, kein Girl und erst recht keine Nudeln. Auf die warte ich heute noch.

 

Manila 7. August 2000

 

Ich bin die ganze letzte Woche um 04:30 ausgestanden und war auf 40 und 80m. Bedingungen waren recht gut, wenn es auch im QRN schwierig ist, die Rufzeichen mit viel QSB rauszufischen. Von den Stoerern in EU hoere ich nichts, macht mich dann auch nicht nervoes.

 

In der Nacht von Sa auf So war das Band sehr ruhig. Fast kein QRN und die Signale sehr leise. Ich dachte es liegt am hohen A-Index (ueber 20). Am Sonntag fand ich dann heraus, was es wirklich war: Jemand hatte das Abspannseil der einen Seite des Dipols gestohlen. Naja, es war bestimmt ein sehr armer Mann, der seiner armen Frau zum Geburtstag eine neue Waescheleine schenken wollte, weil doch die alte schon so oft gerissen und wieder zusammengebunden war und weil doch auf meiner Waescheleine doch sowieso nie Waesche dran hing weil die doch auch viel zu hoch angebunden war dass meine arme Frau doch nie drankommen konnte und weil ……

 

Als ich (im 28 Grad warmen Regen) die Leine ersetzt habe (durch innere Eingebung hatte ich tags zuvor welche gekauft) habe ich auch bessere Abspannpunkte gesucht. Dadurch muesste mein Signal 3 dB lauter werden in DL: 2dB weil ich die Endstufe wegen dem besseren SWR weiter ausfahren kann und 1 dB weil die Richtung nach EU jetzt besser passt.

 

21. August 2000

Der WAE war nichts besonderes. Ich hatte vor, bei DU9RG zu arbeiten, aber es kam anders. Fuer den Montag war eine Site Survey am Flughafen angesetzt, der Contest endet hier um 08:00, dazu ist mein Auto montags fuer den Verkehr gesperrt (Colorcode).

Also beschloss ich, zuhause zu bleibe, auf 40 und 80 zu arbeiten und auf 15m Multiplikatoren zu verteilen. Es fing ganz hoffnungsvoll in der ersten nacht auf 40m an, aber als das Band gerade am Aufgehen war, ging es wieder zu. Den ganzen Tag war nix zu hoeren aus EU und ich war froh, dass ich nicht zu Robin gefahren bin. Es waere eine wahre Tortur geworden, und das fuer den WAE?!

 

In der zweiten Nacht ging es ganz gut und ich musste mich durch dicke pileups beissen. Mit dem QRN ist das sehr schwierig. Dazu kommt das QSB: kaum dass ich mal zwei zusammenhaengende Buchstaben habe, geht die rufende Station im QSB total unter. Es zeigt sich, dass die Stationen die zwei- oder mehrmals rufen, bessere Chancen haben. Ein DL0er blieb hartnaeckig dabei, sein Call nur einmal zu geben. Auch als ich ihm 7 Fragezeichen vorsetzte, er blieb dabei, allerdings ging er mit der Tastgeschwindigkeit zurueck, was absolut gar nichts brachte. Im Gegenteil, dann kommen nicht mal mehr ganze Buchstaben, geschweige denn ganze Rufzeichen an. Bei sauberen stabilen Signalen ist es natuerlich sehr aergerlich, wenn einer zwei- oder dreimal ruft. Naja, es ist halt doch eine Frage des Fingerspitzengefuehls (oder der Erfahrung) zu wissen, wann man wie oft sein Rufzeichen zu geben hat.

 

Nachdem ich die Antenne am Einspeisepunkt entwurschtelt hatte, ging auch das SWR weiter herunter. Die Dipoldraehte waren am Einspeisepunkt in einer Laenge von ca 1/2m ineinander verwickelt. Jetzt ist das SWR so gut dass ich 2 kW mit der Alpha fahren kann. Ich liebe das leise Summen des Trafos, muss dazu aber die Aircondition abschalten. Das geht dann nicht lange, weil die Alpha auch ein bisschen als Heizoefchen dient und die Hitze nur durch die AC wieder raustransportiert werden kann. Was wird das fuer Stromkosten geben?

 

11. Sep. 2000

Der WAE in SSB war auch nicht gerade berauschend. Es ist sehr schwierig, von hier aus EU im Contest zu arbeiten. Mit Ausnahme von DL2DX (er war sehr laut auf 15m hat aber nix gehoert) habe ich alle Stationen gearbeitet, die ich gehoert habe. Es waren immerhin an die 35! DF2FM von F36 ging auf 4 Baendern (alles mit 80/40m Dipol, 15m auf dem langen Weg) und S50A war der Einzige auf 80m. Es ging im Splitbetrieb weil Tine seinen 80m Beam fuer SSB und ich meinen Dipol fuer CW abgestimmt habe.

 

Tags zuvor musste ich feststellen, dass jemand die Ueberlaenge des Abspannseils (was ich zum “ueber die Mauer werfen” brauche), als Geburtstagsgeschenk fuer seine Frau gebraucht hat…

 

Fuer 30m habe ich jetzt ebenfalls einen inv. Vee Dipol an meinen Balun gehaengt. Ging dank der Massangaben im BCC Contest Handbuch auf anhieb. Die pileups sind fuerchterlich, die Signale aus EU und W sehr schwach und voll mit QSB. Vielleicht sollte ich ohne PA fahren. Mit 2 kW out und 175m hoher Antenne bin ich vielleicht einfach zu laut? Es gibt auf diesem Band eine Betriebsbeschraenkung. Ich darf nur von 19:00 bis 06:00 Lokalzeit arbeiten. Tagsueber ist das Band aber sowieso zu.

 

Am Samstag blieb am Nachmittag im dicksten Verkehr auf der EDSA (Stadtautobahn durch Manila) das Auto stehen. Ein “erhebendes” Gefuehl, wenn man Ursache eine Riesenstaus wird. Aber Stau ist da auch so an der Tagesordnung. An Aussteigen und wegschieben war nicht zu denken, denn zu den vorbeifahrenden Autos sind max 10cm Luft – wenn ueberhaupt. Also habe ich gewartet, ob Polizei kommt. Nach 10 Minuten ging der Motor wieder und ich konnte 200m weiterfahren. Nach weiteren 5 Minuten nochmal 200m und bei der dritten Etappe war ich dann weg von der EDSA. Ursache: Motor ueberhitzt. Wen wunderts.

 

Der Beam und die Butternut Vertikal sind bestellt. Mal sehen wie lange es dauert, bis das Aluminium ankommt.

 

Es dauerte bis Mitte Oktober. Cushcraft kann nicht liefern und ich aendere die Bestellung auf einen Tribander, den A4S. Hat Sperrkreise, ist dafuer aber leichter und hat weniger Windlast, was vielleicht einmal von Vorteil sein kann in dieser Gegend. Die Sendung besteht aus 3 Packeten. Zwei kommen sofort an, das dritte Packet geht erst mal nach Cebu, auf eine andere Insel. Der Grund dafuer wird fuer immer ein Geheimnis bleiben. FedEx sagt erst mal, das ist wegen dem Zoll, denn einen Fehler koennen sie unmoeglich zugeben. Das macht unsere Dame vom Wareneingang fuchsteufelswild. Aber wenigstens ist der Beam komplett.

 

Die Vormontage geschieht im Funkzimmer, am Samstag bin ich um 08:00 auf dem Dach und baue alles zusammen, messe genau ab und richte die Sperrkreise aus. Um 10:00 bin ich damit fertig und zwei Helfer vom QRL (die Mastbauer) kommen und hieven das Drumm auf den Mast. Schoen sieht er aus und gehn tut er – phaenomenal.

 

Mit der Butternut habe ich Pech. Der Einspeisekondensator war nicht ordentlich verpackt und ist gebrochen. Ein Hilferuf ueber den BCC Reflektor bringt Hilfe. Auf die Jungs ist wirklich Verlass!

 

Leider enthaelt das fehlende dritte Packet die 160m Spule, und die reist weiter von Insel zu Insel. Als die Spule ankommt, hat sich das Wetter so verschlechtert, dass an Antennenbauen nicht mehr zu denken ist.

 

Von dem Taifun “Xangsane” oder “30W” hoere ich erstmals am Freitag in der frueh, eine grosse Unruhe erfasst mich und alle 30 Minuten schaue ich mir das Bild vom Taifun Warning Center an. Es baut sich gewaltig was auf und nimmt Kurs direkt auf Manila. Der Hoehepunkt wird in der Nacht von Samstag auf Sonntag erwartet – mitten im Contest.

 

Robin empfielt mir, die Antenne herunter zu nehmen und in Sicherheit zu bringen, aber noch bin ich mutig. Im QRL kommt noch ein Rundschreiben, auf der Baustelle die Kraene zu sichern. Ich schaue noch mal aufs Dach. Eine veraengstigte Taube sitzt da. Habe noch nie eine Taube da gesehen. Sie sucht wohl irgendwo Schutz vor dem anrollenden Orkan.

 

Der Contest beginnt mit einem gewaltigen Run. Da geht die Post ab und in den ersten 3 Stunden habe ich 600 QSOs auf 10m. Dann kommt Alex, RK3DT, und loest mich ab. Der Wind nimmt zu. Ich fahre zum Supermarkt in der Nachbarschaft. Von dort hat man einen freien Blick auf den Beam und wie herrlich weit er uebers Dach des 42. Stocks heraussragt: 14m ueber dem Dach, 175m hoch, weit und breit kein Objekt, das auch nur annaehernd so hoch ist. Leider auch weit und breit kein Objekt, das den Sturm mildern koennte. Ist es ein Abschiedsblick? Ich habe gar kein gutes Gefuehl.

 

Als wir auf dem Weg zur Kasse sind, geht das Licht aus. Gespenstische Stille, nur der Sturm tobt. Die Kassen haben Notstrom und wir sehen zu, dass wir herauskommen. Auf dem Weg nach Hause denke ich an die 31 Stockwerke. Von meinem Parkdeck in B2 sind es 33, abzueglich des nicht existierenden 13. Stocks aber immer noch 32, jedes 3,8m. Irgendwann wollte ich das ja mal laufen….

 

Der Notstromdiesel laeuft. Bei dem Brown Out vor zwei Wochen ist er aber dauernd stehen geblieben. Wir fassen allen Mut zusammen und steigen in den Servicelift (der mit dem Liftboy). Die Tuer geht wegen dem starken Wind nicht zu. Gemeinsam muessen wir mit aller Kraft druecken. Sollen wir doch laufen? Dann kommt ein Luftloch und die Tuer schliesst.

 

In der Wohnung kommt uns ein aufgeloester Alex entgegen. Es lief so gut und jetzt “no power”. Nein es ist keine Sicherung. Ganz Makati und Mandaluyong, nein ganz Metro Manila sind ohne Strom.

 

Aber es gibt den Notstromdiesel. Der Aufzug geht und die Notbeleuchtung im Badezimmer geht auch. Gut dass Robin mir einen Gluehbirnenadapter da gelassen hatte. Damit holen wir uns auf dem Dach immer Strom. Es gibt dort keine Steckdosen, aber den Adapter kann man in die Lampenfassung schrauben und kann dann einen Stecker anschliessen. Mit Verlaengerungskabel reicht das bis zum Stationstisch. 

 

Das aendern aber nichts daran, dass die Anrufer ausbleiben. Bei stroemenden Regen wage ich einen kurzen Spurt ueber das Dach. Die Antenne zeigt irgendwo hin, nur nicht dorthin wo sie sollte. Zwar korrigiere ich die Anzeigenadel am Steuergeraet entsprechend, aber nach wenigen Minuten nehmen die Signale wieder ab.

 

Wir quaelen uns weiter. Der Diesel stottert. Nach jedem Neustart nehmen wir einen neuen Anlauf. Das SWR nimmt kontinuierlich ab. Aus dem Shack geht mein Blick nach Sueden, noch weht der Taifun aus dem Norden und ich sehe jede Menge Plastiktueten, Styroporplatten und Aehnliches am Haus vorbei fliegen (in 100m Hoehe !!). Ich erwarte eigentlich, dass bald das erste Element meines Beams dabei sein wird. Ich renne immer wieder aufs Dach und wage einen Blick, ab der Mast ueberhaupt noch da ist. Wenn ich zurueck komme, bin ich jedesmal klitschnass.

 

Es ist nicht moeglich, die Antennenrichtung zu halten und wir verlegen uns auf Search and Pounce. Es wird von Stunde zu Stunde muehsamer. Wegen dem schlechten SWR muessen wir auch immer mehr Leistung zuruecknehmen. Nur noch ab und zu gelingt ein QSO.

 

Am Abend waechst die Hoffnung auf die unteren Baender. Wir werden enttaeuscht. Auch hier das SWR im Keller. Die Dipoldraehte haben sich umeinander gewickelt. Aber wenigstens haelt alles. Aufgeben? Nein, wir machen weiter: Multi Operator QRP. Jede Stunde ein Check auf der Homepage des “Joint Taiphoon Warning Centers”. Am Morgen ist Xangsane endlich weitergezogen und der Wind ist nur noch um die 70-80 km/h.

 

Es hilft alles nichts: Ich muss auf den Mast und nachsehen. Noch bevor ich oben am Beam angekommen bin, bin ich nass wie frisch aus dem Swimmingpool. Das Wasser laeuft oben aus den Schuhen. Ich inspiziere den Schaden: Der Sturm hat den Beam einigemale um den Mast gewickelt und das Kabel herausgerissen. Die Schutzhuelle des Koax ist abgeschabt und das Kabel ist abgesoffen. 20cm des aufgerissenen Kabels nehme ich mit: meine Siegertrophy fuer den Y2k CQWW DX SSB.

 

Gottseidank habe ich noch eine passende Laenge im Haus und ich ersetze das Kabel. Weitaus schwieriger ist es, die Antenne auszurichten. Mit aller Kraft muss ich gegen den Boom druecken. Bis ich dann meinen Schraubenschluessel angesetzt habe, hat der Wind die Antenne wieder in “seine” Vorzugsrichtung gedreht. Aber schliesslich gelingt es mir, und die Schrauben sind wieder fest. Es ist kein Faden an mir trocken, die Schuhe sind im Eimer und ich gehe nur der Form halber unter die Dusche.

 

Leider wird mit neuem Kabel das SWR nicht besser. Wir pruefen die Relaisbox, das neue Kabel auf Durchgang (ich steige tatsaechlich noch mal auf den Mast um eine Messbruecke einzulegen) – es ist alles in Ordnung und es wird zur Gewissheit: “Xangsane” hat Wasser in die Traps gedrueckt, keine Chance auf Abhilfe solange der Sturm anhaelt. Mit dem 80/40m Dipol arbeiten wir auf 15m weiter und mit der Matchbox auch auf 10m, CN8WW allerdings hoert uns nicht. Am Sonntag Abend geht der 10m Teil des Beams wieder. Ein Wahnsinnsrun nach EU, schade, dass dann das Band zugeht. Dann einige Stunden stochern auf 40m. Selbst Europaer mit solidem S9 hoeren uns nicht, trotz 1,5 Liter auf der Antenne, die italienischen Conteststationen fallen dabei besonders auf: Riesensignale, aber reagieren noch nicht einmal mit "QRZ again?". Spaeter geht noch mal ein Run auf 40m. Mich stoert dabei nicht, dass ich auf 7021 sende. In DU ist das 40m “CW-Band” voll mit SSB Stationen, auch ohne Contest.

 

Alex quaelt sich weiter bis 4 Uhr frueh, ich gehe schlafen. Um 06:00 komme ich und versuche nochmal die Highbands nach USA. Leider geht nix, das SWR ist im Eimer, der Dipol liefert bessere Signale als der Beam. Um 08:00 endet der Contest mit 2,9 Mio Punkten, immerhin.

 

Der Sturm steckt jetzt zwischen Luzon und Taiwan fest und nimmt an Staerke zu, mittlerweile 200 km/h. Wenn der bloss nicht zurueckkommt. Ich bin heilfroh, dass der Beam noch da ist und der Mast noch steht. Es haette boese enden koennen. Jetzt wissen wir, was eine Taifun-Warnung bedeutet.

 

Am Montag stelle ich fest, mit den abgesoffenen Sperrkreisen geht der Beam auf 12 und 17m. Wer haette das gedacht. Sogar ein Vor/Rueckverhaeltnius von 20dB hat er. Ich arbeite mit 100 Watt auf 12m. Geht super nach EU 599 beidseitig. Auch auf 18m, sobald ich herausgefunden hatte, dass die Signale auf dem langen Weg kommen. Nach einiger Zeit fangen die Sperrkreise wohl an zu trocknen, es geht nicht mehr auf 17m. Aber es faengt ja gleich wieder zu regnen an und das herausgetropfte Wasser wird vom Wind nachgefuellt.

 

Noch waehrend fuer das Seegebiet um Manila Sturmwarnung gilt und es bei uns noch einige Tage schuetten und stuermen wird, bahnt sich 14º oestlich der Philippenen was an. Eine “tropische Depression” ist dort entstanden, die mit 20 Knoten auf Manila zumarschiert und als tropischer Sturm am 3. November mit ca. 200 km/h Manila passieren soll.

 

Manila, im November 2000

Vielleicht hilft beten ja doch. Wenn man die ganze Nacht nichts anderes tun kann als beten....

 

Gegen das, was danach kam, war „Xangsane“ ein Taifünchen. Die tropische Depression, die sich nach dem CQWWDX Phone gebildet hatte, wuchs langsam heran. Sie wurde zuerst ein „Tropischer Sturm“, sammelte viel Kraft und Energie im westlichen Pazifik und wurde erwachsen. Sie erhielt den Namen „Bebinca“ oder ganz nüchtern „31W“. Als Bebinca groß geworden war, erreichte sie mit Windgeschwindigkeiten bis zu 200 km/h Manila.

 

Es fing gegen Mitternacht an und die Nacht wurde zu einem Alptraum. Das Heulen, Kreischen, Poltern, Krachen und Jaulen wurde unerträglich. Gegen 01:00 fiel der Strom aus, und zu dem Heulen des Orkans gesellte sich das nervenzermuerbende Alarmpiepen der Aufzüge. Die Stadt wurde dunkel und man konnte sich nur vorstellen, was unten los war.

 

Gegen 06:00 hatte das Auge des Taifuns die Pioneerstreet erreicht und überquert. Nach einer kurzen Pause drehte der Wind und jetzt ging die Party richtig los. Jetzt kam der Sturm von Süden und unsere Wohnung liegt nach Süden. Wenn ich sage, ein Taifun bringt viel Regen, dann ist das masslos untertrieben. Ein Taifun setzt die Welt unter Wasser. Eigentlich hätte es schon hell sein müssen aber man konnte nichts sehen als eine riesiger Wasserwand. Ein gigantischer Hochdruckreiniger war in Gang gesetzt, um das Gebäude zu reinigen.

 

Wasser kam von überall: durch die Aircondition, durch die Fensterrahmen, durch die Fensterbänke, durch die Wände.... An den Fenstern entstanden an der Innenseite der Fensterbänke kleine Springbrunnen, das Wasser spritzte senkrecht nach oben. Selbst durch Fenster, die nicht zu öffnen sind, kam das Wasser. Tausend kleine Quellen taten sich auf und ergossen sich in die Wohnung. Alles was an Töpfen, Pfannen, Schüseln, Obstschalen, Eimern, Papierkörben im Haus war, war irgendwo untergestellt und musste ständig geleert werden. Handtücher, Putzlappen, T-Shirts waren im ständigen Einsatz. Trotzdem lief das Wasser quer durch die Wohnung, unter die Betten, in die Schränke. Wir waren ja gewarnt, daß es in Manila „flooded Areas“ gibt. Aber daß der 31. Stock eines Hochhauses zu den „flooded Areas“ gehört, das hätte ich nie geglaubt.

 

Dazu das ständige Toben des Sturmes und die gewaltigen Schläge der Böen. Meine Antennen? Es war gar nicht daran zu denken, nachzuschauen. Bei der Windstärke wäre es tödlicher Leichtsinn gewesen, aufs Dach zu gehen. Aber ich wußte ja, die Antenne ist konstruiert für 120 km/h, vielleicht 150 km/h, aber das, was jetzt auf dem Dach tobt, das kann diese Antenne gar nicht aushalten.

 

Gegen Mittag flaute der Orkan ab. Wir checkten die beiden leerstehenden Appartments von Robin. Beide standen unter Wasser, bei dem einen lief das Wasser bereits unter der Tür ins Treppenhaus. Das „Podium“, das ist die Ebene des Swimming pools und der Function Rooms im 8. Stock war verwüstet. Die Dachverkleidung unter den Gängen war mit brutaler Gewalt herunter gerissen. Das gewölbte Dach über den Gängen war ebenfalls weggeblasen. Die 60mm starken Eisenrohre, die es gehalten hatten, waren geknickt, abgerissen, zusammengeknüllt. Der Gedanke an meine Antenne trieb mir Tränen in die Augen.

 

Aus dem Fenster des 31. Stock sah Manila jetzt aus, wie nach einem Bombenangriff. Überall Löcher in den Dächern, überall Trümmer - ein Bild der Verwüstung. Doch nirgendwo konnte ich Sperrkreise entdecken. Naja, aus 100m Höhe sieht alles recht klein aus. Am Nachmittag, als der Regen aufhört nehme ich allen Mut zusammen und gehe zu Fuss in den 42. Stock. Ich halte die Luft an, drücke die Tür auf und trete hinaus. Ein Wunder: Da steht ein Mast, auf dem Mast ein Drehrohr, an dem Drehrohr ein Boom und an dem Boom 3 Elemente. Nur der Reflektor fehlt.

 

Die Elemente stehen nach allen Seiten, aber sie sind komplett und nicht einmal verbogen. Und der Reflektor? Ich traue meinen Augen nicht. Der Reflektor hat sich in dem 40m Dipol verfangen und liegt mit dem anderen Ende auf dem Dach des Maschinenhauses. Trotz des Windes und trotz der Tatsache, dass ich nur Badeslipper anhabe, steige ich am Mast hoch. Ich glaube wirklich an ein Wunder: Das andere Ende des Reflektors ist unter ein Stahlrohr geklemmt, das ich vor einigen Tagen hochgebracht habe. So hing der Reflektor fest und konnte nicht wegfliegen. Und er ist nicht einmal beschädigt, nicht verbogen nicht verbeult. Er hat sich wohl wie die anderen Elemente auch um den Boom gedreht und sich dann langsam vom Boom heruntergeschoben. Daß das nicht so leicht und einfach war, sieht man dem Boom an. Aber für diesen Taifun war das kein Problem. Ich hatte erwartet, nichts mehr zu sehen von dem Beam und hatte damit gerechnet, daß der umgestürzte Mast einige Mauern eingerissen hätte. Stattdessen: alles ist reparierbar, sogar mit Bordmitteln.

 

Gibt es solche Wunder wirklich? Ich weiß nicht. Am Tag zuvor hatte ich ein SSB QSO mit DK3ZB. Alois hatte vor 24 Jahren unsere Tochter Julia getauft. Am Ende des QSOs hatte ich sowas wie „...und Gottes Segen“ gehört. Ob es damit zu tun hat? Eines ist sicher: Irgendwer hat seine schützende Hand über meine Antenne gehalten.

 

Der Strom ist auch wieder gekommen, nach 44 (vierundvierzig) Stunden.

 

Mabuhay und 73 de roland, du1/dk3gi

 

 


Artikel mit Diashow!  DU1/DK3GI 2000




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